Ärzte Zeitung, 07.12.2007

Arznei schützt alte Frauen anhaltend vor Frakturen

Strontium halbiert Rate der Hüftfrakturen /  Ergebnis aus Fünf-Jahres-Studie

BERLIN (ner). Bei der Behandlung von Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose bleibt der Frakturschutz unter einer Therapie mit Strontiumranelat auch im vierten und fünften Behandlungsjahr erhalten. Gerade für alte Patientinnen mit Osteoporose kann eine effektive Behandlung lebensrettend sein.

 Arznei schützt alte Frauen anhaltend vor Frakturen

Frauen in der Postmenopause sind häufig von Osteoporose betroffen. Mit einer angemessenen Therapie lässt sich das Frakturrisiko halbieren.

Foto: imago

Eine fünfjährige Behandlung mit Strontiumranelat (Protelos®) verringert die Hüftfrakturrate um 43 Prozent im Vergleich zu Placebo, wie Professor Cornel Sieber aus Nürnberg berichtet hat. Der Kollege zitierte damit aktuelle Daten aus der TROPOS-Studie×. Daran hatten mehr als 5000 Frauen im mittleren Alter von 76 Jahren teilgenommen.

Gerade ab Mitte 70 steige die Hüftfrakturrate stark, sagte Professor Hans-Peter Kruse aus Hamburg bei einem von Servier unterstützten Symposium. Nach einer solchen Fraktur seien Selbständigkeit und Lebensqualität oft endgültig verloren, so Sieber. Und 50 Prozent der über 75-jährigen Patienten mit Hüftfraktur seien nach einem halben Jahr tot.

Auch das Risiko für Wirbelkörperfrakturen blieb mit Strontium signifikant niedriger als unter Placebo. Vertebrale Frakturen traten nach fünfjähriger Verumtherapie um 31 Prozent seltener auf als unter der Placebo. Demnach müsse man lediglich zwölf Patienten fünf Jahre lang mit Strontiumranelat behandeln, um eine Wirbelfraktur zu verhindern, hieß es bei der Veranstaltung in Berlin.

Strontiumranelat hat eine osteoanabole und eine antiresorptive Wirkung bei Osteoporose. Die Substanz stimuliert die Knochenneubildung, unter anderem weil vermehrt Osteoblasten gebildet werden, und reduziert zugleich den Knochenabbau. Histomorphometrisch konnte nachgewiesen werden, dass sich die Kortikalisdicke erhöht, dass die Anzahl der Knochentrabekel zunimmt und diese zugleich dicker werden. Das ermöglicht eine höhere Energieaufnahme des Knochens als zuvor und erklärt die verbesserte Festigkeit.

×TROPOS - Treatment of Peripheral Osteoporosis

Topics
Schlagworte
Osteoporose (797)
Gynäkologie (5523)
Organisationen
Servier (198)
Krankheiten
Osteoporose (1469)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »