Ärzte Zeitung, 05.11.2007

Bald neue Fixkombination gegen Osteoporose

 Wochentablette mit 70 mg Bisphosphonat plus 5600 I.E. Vitamin D kommt auf den Markt  /  Frakturprophylaxe wird weiter optimiert  

BERLIN (ner). Zur Osteoporose- Therapie wird demnächst eine neue Fixkombination aus dem Bisphosphonat Alendronat und Vitamin D in einer Wochentablette erhältlich sein. Damit soll die ausreichende Versorgung der Patienten mit Vitamin D erleichtert werden.

Vitamin D sei nicht nur essentiell für die Kalzium-Aufnahme aus dem Darm, sagte Professor Johann D. Ringe aus Leverkusen bei einer Pressekonferenz des Unternehmens MSD in Berlin. Ein Vitamin-D-Mangel erhöhe zudem das Sturzrisiko. Denn das Hormon habe Auswirkungen auf neuromuskuläre Funktionen wie Muskelkraft und Balance. Daher sei es sinnvoll, ein Bisphosphonat mit einer angemessenen Dosis an Vitamin D zu kombinieren, so Ringe.

Das Unternehmen bringt für Osteoporose-Patienten in Kürze eine neue Wochentablette mit 70 mg Alendronat plus 5600 I.E. Vitamin D (Fosavance® 5600) auf den deutschen Markt. Damit wird eine Tagesdosis von 800 I.E. Vitamin D abgedeckt. Zugelassen ist das Kombipräparat bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose, die ein Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben.

Ein solcher Mangel besteht bei Vitamin-D-Spiegeln von weniger als 30 ng/ml (entspricht 75 nmol/l). Dies betrifft 68 Prozent der Frauen mit Osteoporose in Deutschland, wie eine multinationale Erhebung bei insgesamt 2600 Frauen ergeben hat.

Ein Grund dafür ist, dass Vitamin D nicht ausreichend mit der Nahrung aufgenommen werden kann - es ist nur in wenigen Lebensmitteln wie Seefisch, Eigelb oder Leber enthalten. Außerdem nimmt mit dem Alter die Fähigkeit ab, Vitamin D zu synthetisieren. Geringe Sonnenlichtexposition und die Verwendung von Sonnenschutzcremes verschärfen dieses Problem. In der Praxis werde zu selten an die Vitamin-D-Supplementierung bei Osteoporose-Patienten gedacht, hieß es in Berlin. So lagen in einer Studie mit 78 Patienten über 50 Jahre die Vitamin-D-Spiegel meist unter 30 ng/ml.

STICHWORT

Vitamin-D-Mangel

Ein Vitamin-D-Mangel besteht bei Vitamin-D-Spiegeln von unter 30 ng/ml. Werte unter 6 ng / ml führen zu Störungen der Knochenneubildung und -mineralisation mit niedrigen Serum-Kalzium-Werten und erhöhter alkalischer Phosphatase. Auch bei höheren Werten sind bereits endokrine Störungen wie unzureichende Bildung von Calcitriol und vermehrte Knochenresorption nachzuweisen.

(ikr)

Osteoporose-Kranke haben meist einen Vitamin-D-Mangel.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »