Ärzte Zeitung online, 16.10.2008

Orthopädie-Kongress: Neue Strategien zur Therapie bei Osteoporose

BERLIN (eb). Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie vom 22. bis 25. Oktober 2008 in Berlin stellen Experten neue Strategien zur Therapie bei Osteoporose vor. Darüber hinaus fordern sie die Finanzierung einer flächendeckenden Früherkennung. Etwa 7,8 Millionen Menschen leiden unter Knochenschwund, davon 6,5 Millionen Frauen. Jede vierte Frau über 50 Jahre ist betroffenen.

Bei 90 Prozent der Patienten diagnostiziert wird Osteoporose spät diagnostiziert: Zum Zeitpunkt der Diagnose ist die Knochendichte bei ihnen bereits um ein Drittel gesunken.

Jährlich 300 000 Knochenbrüche sind auf Osteoporose zurückzuführen. Frühzeitige Diagnose und Behandlung könnten diese Zahl senken und den überwiegend weiblichen Betroffenen helfen: "Es wäre äußerst effektiv, ab einem Altern von 55 Jahren die Knochendichte in der Bevölkerung zu screenen", sagt Professor Joachim Grifka, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC).

Bislang finanzieren die gesetzlichen Krankenkassen die Messung der Knochendichte erst, wenn ein Knochenbruch vorliegt. Deshalb erfahren viele Betroffene von ihrer Krankheit erst durch einen Knochenbruch.

Viel zu spät, wie auch Grifka betont. Denn rechtzeitig erkannt, ließe sich die Krankheit behandeln und ihr Fortschreiten aufhalten. "Wir finden immer genauer heraus, welche biologischen Prozesse zum Knochenabbau führen und können medikamentös immer besser eingreifen", so Grifka. Einerseits gilt es, den Abbau zu bremsen. Andererseits können neue Medikamente Knochenstruktur und -stabilität verbessern. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie informieren Experten über aktuelle Forschungsprojekte, die neue Perspektiven in der Osteoporosetherapie eröffnen könnten.

Doch auch ohne Medikamente lässt sich Osteoporose vorbeugen und - in Grenzen - behandeln: Gesunde Knochen sind auf Druck und Zug angewiesen. Diese Reize erfahren sie nur durch Bewegung. "Deshalb geht bei bettlägerigen Patienten die Knochenmasse besonders schnell zurück", erläutert Grifka. Besonders für Menschen mit Osteoporose im Frühstadium seien regelmäßige Bewegung, Gymnastik oder Sport deshalb fester Bestandteil der Therapie.

Programm des Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie vom 22. bis 25. Oktober 2008

Zum Thema Osteoporose bietet die "Ärzte Zeitung" ein Wartezimmer-Plakat (exklusiv für Ärzte) sowie kostenlose Patienten-Informationen für Interessierte und Betroffene zum Download an. Außerdem kann gegen Versandkosten eine DVD mit Bewegungsübungen und Ernährungstipps bestellt werden. Folgen Sie diesem Link.

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