Ärzte Zeitung online, 30.12.2008

Auch leichtes Training beugt Osteoporose vor

ESSEN (hbr). Es muss kein Krafttraining sein: Auch mit einem leichten körperlichen Training können Osteoporose-gefährdete Frauen offenbar ihre Knochen schützen. Die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule lässt sich sogar erhöhen.

Auch leichtes Training beugt Osteoporose vor.

Foto: Dr. Michael Pfeifer

Darauf weisen die Dreijahres-Ergebnisse der Erlanger Fitness-Osteoporose-Präventionsstudie hin, wie Professor Andreas Kurth aus Frankfurt am Main bei einer Veranstaltung in Essen berichtet hat. In der Studie wurde der Einfluss körperlicher Belastung bei 78 Frauen in der frühen Postmenopause geprüft. Das mittlere Alter betrug 55 Jahre. Die Menopause und das damit verbundene erhöhte Risiko für Osteoporose waren bei ihnen im Durchschnitt im Alter von 50 Jahren eingetreten. Die Frauen wiesen bereits eine verminderte Knochenmasse im Sinne einer Osteopenie auf, erfüllten aber noch nicht die Kriterien für eine Osteoporose.

Die Studienteilnehmerinnen nahmen täglich 1500 mg Kalzium und 500 IE Vitamin D3 ein. Zusätzlich erhielten 48 von ihnen ein leichtes körperliches Training, das sowohl gemeinsam durchgeführt wurde (zweimal pro Woche 60 bis 70 Minuten) als auch alleine zu Hause (zweimal in der Woche je 25 Minuten). Körperliche Höchstleistungen waren dabei aber nicht erforderlich: Das gemeinsame Training zum Beispiel bestand aus Spielen und gymnastischen Übungen. Das Heimtraining beinhaltete isometrisches Muskeltraining, Seilspringen und dynamisches Muskeltraining mit elastischen Bändern.

Bereits im ersten Jahr verzeichneten die Teilnehmerinnen der Sportgruppe eine leichte Verbesserung der Knochendichte: Sie nahm im Mittel um rund ein Prozent zu und blieb auch nach drei Jahren noch über dem Ausgangsniveau. Dagegen ging in der trainingsfreien Kontrollgruppe die Knochendichte der Lendenwirbelsäule kontinuierlich und signifikant weiter zurück. Das führte in nur drei Jahren zu einem durchschnittlichen Verlust von etwa drei Prozent.

"Medikamente sind also nicht das einzige Konzept gegen Osteoporose", sagte Kurth bei der Veranstaltung des Bundesselbsthilfeverbandes für Osteoporose. Auch Training sei wichtig. Als Ausdauertraining eigne sich zum Beispiel drei- bis viermal in der Woche 30 Minuten Radfahren oder Gehen. Je nach individueller Leistungsfähigkeit könne auch ein Krafttraining unter Aufsicht gemacht werden, etwa mit dem Theraband, so Kurth.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »