Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 19.02.2010

Serotoninblocker verhindert Osteoporose im Tiermodell

NEW YORK (mut). Indem sie die Serotonin-Produktion im Darm stoppten, konnten Forscher im Tiermodell erfolgreich eine Osteoporose verhindern und den Knochenaufbau bei fortgeschrittenem Knochenschwund wieder ankurbeln.

Ein Team um Dr. Gerard Karsenty von der Columbia University in New York hatte Mäusen und Ratten die Ovarien entfernt und ihnen anschließend sechs Wochen lang einen experimentellen Serotoninblocker in niedriger Dosis verabreicht. Die Substanz mit der Bezeichnung LP533401 hemmt die Serotonin-Synthese im Darm. Dort wird etwa 95 Prozent des im menschlichen Körper vorkommenden Serotonins produziert, nur etwa fünf Prozent erzeugt das Gehirn - unter anderem zur Stimmungsregulierung.

Das Darm-Serotonin scheint hauptsächlich die Knochenbildung zu hemmen, haben zuvor andere Arbeiten ergeben - daher versuchten die Forscher, den Knochenschwund mit dem Serotoninblocker zu stoppen. Und das gelang ihnen auch tatsächlich: Bei Nagern nach Ovarektomie konnten sie nicht nur den Beginn einer Osteoporose verhindern, sie konnten bei Tieren mit fortgeschrittenem Knochenschwund die Knochendichte auch wieder normalisieren. Ein ganz wichtiger Punkt: Die Testsubstanz gelangte nicht ins Gehirn, dort blieb die Serotonin-Konzentration unverändert.

Darm-Serotonin wird in enterochromaffinen Zellen im Duodenum produziert und ins Blut abgesondert. Der Botenstoff bindet an Rezeptoren von Osteoblasten, worauf diese die Knochenbildung verlangsamen. Die Forscher hoffen nun, dass sich über die Serotoninblockade eine knochenanabole Therapie mit wenigen Nebenwirkungen entwickeln lässt, denn der Wirkstoff könnte einfach oral verabreicht werden und müsste nicht unbedingt in den Blutkreislauf gelangen, um seine Wirkung zu entfalten.

Der geprüfte Serotoninblocker hemmt das Enzym Tryptophan-Hydroxylase, ein Schlüsselenzym für die Serotoninsynthese, berichten die Forscher online in der Zeitschrift "Nature Medicine".

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