Ärzte Zeitung online, 05.08.2010

Tierisches Eiweiß plus Kalzium - das schützt vor Hüftfrakturen

BOSTON (ikr). Wer viel tierisches Eiweiß zu sich nimmt und sich gleichzeitig kalziumreich ernährt, verringert das Risiko für Hüftfrakturen drastisch. Bei schlechter Kalzium-Versorgung funktioniert dies einer aktuellen Studie zufolge aber nicht.

Tierisches Eiweiß plus Kalzium - das schützt vor Hüftfrakturen

Eiweiß tierischen Ursprungs liefert viel Kalzium für gesunde Knochen.

© pinoquio_9 / fotolia.com

Bisher gab es viele widersprüchliche Ergebnisse aus Studien, in denen der Effekt von Eiweiß auf die Knochen untersucht wurde. US-amerikanische Forscher um Dr. Marian T. Hannan aus Boston haben nun eine mögliche Erklärung dafür gefunden. Sie haben die Angaben zur Ernährungsweise untersucht, die 1752 Männer und 1972 Frauen aus der Framingham Offspring Study zu Beginn der Studie gemacht hatten und dann die Hüftfrakturrate über einen Zeitraum von zwölf Jahren ermittelt (JBMR Online). Die Studienteilnehmer waren zu Beginn der Untersuchung im Mittel 55 Jahre alt.

Die Ergebnisse: Im Verlauf der Studie ereigneten sich insgesamt 44 Hüftfrakturen. Aus den vorhandenen Daten haben die Forscher berechnet: Bei Menschen, die zwar die höchste Menge an tierischem Eiweiß verzehrten, aber täglich weniger als 800 mg Kalzium pro Tag aufnahmen, war die Rate der Hüftfrakturen 2,8fach höher als in der Gruppe derjenigen Personen, die die geringste Menge an tierischen Eiweißen konsumierten. Genau umgekehrt war es hingegen bei den Personen mit dem stärksten Verzehr an tierischen Eiweißen, die täglich 800 mg oder sogar mehr Kalzium mit der Nahrung aufnahmen. Sie waren gut vor Frakturen geschützt: Bei ihnen war die Hüftfrakturrate um 85 Prozent geringer als in der Gruppe derjenigen mit dem geringsten Verzehr an tierischem Eiweiß.

Die Gesamtzufuhr an Protein sowie das Verhältnis von tierischem zu pflanzlichem Eiweiß hatte keine Auswirkungen auf die Frakturrate. Die Forscher schließen aus ihren aktuellen Erkenntnissen, dass die Kalziumversorgung den Effekt der Einweißzufuhr auf die Hüftfrakturrate offenbar wesentlich beeinflusst.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »