Ärzte Zeitung online, 03.09.2010

Erstes osteologisches Schulungszentrum in Hessen eröffnet

Kinzigtal-Klinik will Versorgung von Patienten mit Osteoporose verbessern

BAD SODEN-SALMÜNSTER (eb). Die Kinzigtal-Klinik in Bad Soden-Salmünster wurde vor kurzem durch den Osteologischen Dachverband (DVO) als Osteologisches Schwerpunktzentrum zertifiziert.

Am 1. September 2010 eröffnete die Kinzigtal-Klinik in Anwesenheit von Helga Bußmeier-Lacey als Vertreterin des Hessischen Sozialministeriums und Bürgermeister Lothar Büttner das erste Osteologische Schulungszentrum in Hessen. Dr. Kartz-Bogislav Baller, Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Sportmedizin, erläuterte während der Veranstaltung im Konzertsaal der Spessart Therme das geplante Angebot und die Ziele des Schulungszentrums, teilt die Klinik mit.

"Obwohl rund zehn Prozent der Bevölkerung von Osteoporose betroffen sind und diese Erkrankung damit ähnlich häufig wie Diabetes mellitus ist, besteht doch eine deutliche Unterversorgung dieser Patienten", sagte Baller. Er sieht vor allem die deutlichen Informationsdefizite auf Seiten der Betroffenen, aber auch bei Ärzten, als Ursache hierfür. Daher richte sich das neue Schulungszentrum genau an diese Gruppen, um noch besser über Erkrankungen wie Osteoporose aufzuklären: "Das neu gegründete Osteologische Schulungszentrum in Bad Soden-Salmünster wird umfassende Informationsangebote auf dem Gebiet der Osteoporose und der Arthrose für Betroffene, Ärzte, Physiotherapeuten, Personal in der Alten- und Krankenpflege und medizinisches Assistenzpersonal bereitstellen", erläuterte Baller.

Dass der Bedarf dafür sowohl in der breiten Bevölkerung als auch unter Ärzten und medizinischem Assistenzpersonal groß ist, zeigten jüngste Studien, so Baller. Danach gehörten Osteoporose und Arthrose mit rund acht bis zehn Millionen Betroffenen zu den am stärksten verbreiteten Volkskrankheiten in Deutschland - mit einem deutlichen Trend zur Zunahme. "Während die Versorgung von Arthrose-Patienten sehr gut ist, werden von den an Osteoporose Erkrankten nur knapp 20 Prozent leitliniengerecht behandelt", so Baller weiter.

Die Kenntnisse über Diagnostik und Behandlung der Osteoporose seien häufig nicht zufriedenstellend. Auf Patientenseite sie der Wissensstand über beide Erkrankungen seiner Erfahrung nach häufig unzureichend. "Diese Lücke wollen wir nun sowohl für betroffene Patienten als auch für Ärzte und medizinisches Assistenzpersonal schließen", so Baller.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »