Ärzte Zeitung online, 22.10.2013

Nox4-Hemmstoffe

Ansatz für neue Osteoporose-Therapie

Ein deutsch-österreichisches Forscherteam hat ein Enzym identifiziert, das zur Entstehung von Osteoporose beiträgt. Eine auf diesen Ergebnissen basierende Therapie könnte bald Realität werden.

FRANKFURT/MAIN. Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich haben einen entscheidenden Mechanismus bei der Entstehung von Osteoporose entschlüsselt.

Die jetzt veröffentlichte Arbeit von Forschern um Privatdozentin Katrin Schröder von der Goethe-Universität Frankfurt belege die Bedeutung des Wasserstoffperoxid-produzierenden Enzyms Nox4 in diesem Prozess, teilt die Universität Frankfurt am Main mit.

Nox4 ist in fast allen reifen Körperzellen zu finden und trägt über die Produktion von Wasserstoffperoxid selbst zur Reifung von Vorläuferzellen bei. Die Forscher der Universitäten Frankfurt, Dresden und Wien fanden zunächst, dass Mäuse, denen Nox4 fehlt, eine höhere Knochendichte und -bruchfestigkeit aufweisen.

Auf der Grundlage dieser ersten Ergebnisse konnten die Rolle von Nox4 bei der Osteoporose entschlüsselt und gemeinsam mit Kollegen aus Graz die Bedeutung für den Menschen gesichert werden (J Clin Invest 2013; online 15. Oktober). Damit sei die Grundlage für neue Osteoporosetherapien mit Nox4-Hemmstoffen gelegt, die bereits klinisch getestet werden, heißt es in der Mitteilung.

Während der Reifung der Osteoklasten steigt die Expression von Nox4. Wird das von Nox4 produzierte Wasserstoffperoxid abgebaut oder seine Produktion gehemmt, reifen kaum Osteoklasten heran.

Mäuse mit Osteoporose untersucht

In einem therapeutischen Ansatz wurden Mäuse mit einer Osteoporose untersucht. Während der Osteoporose stieg nicht nur die Expression von Nox4, sondern die Behandlung mit einem Nox4-Hemmstoff konnte den Knochenverlust der Mäuse reduzieren.

Interessanterweise hätten die Wissenschaftler zudem eine Assoziation einer natürlicherweise beim Menschen vorkommenden Mutation im Nox4-Gen mit einer niedrigeren Knochendichte der betroffenen Personen gefunden, berichtet die Uni in ihrer Mitteilung.

Die Mutation im Nox4-Gen habe zu einer höheren Nox4-Produktion geführt. Somit könnten diese Menschen mehr reife Osteoklasten besitzen, die Knochen abbauen.

Diese Ergebnisse deuten auf das Potenzial einer Nox4-Hemmung in der Osteoporosetherapie des Menschen hin. Aktuell befindet sich eine derartige Substanz bereits in einer klinischen Phase-II-Studie, also in der Untersuchung vor der Zulassung eines neuen Medikaments. (eb)

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