Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung, 19.02.2004

Plädoyer für Anti-Citrullin-Test als Routine-Test

Nachweis von Antikörpern gegen die Aminosäure erhöht bei rheumatoider Arthritis die Spezifität der Diagnostik

STOCKHOLM (nsi). Bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis (RA) erhöht ein Test auf Antikörper gegen zyklisches Citrullin (CCP), eine seltene Aminosäure, die Spezifität der Diagnostik. Daher ist es sinnvoll, zusammen mit einem Test auf Rheumafaktoren routinemäßig einen anti-CCP-Antikörper-Test vorzunehmen.

Diesen Schluß haben Rheuma-Spezialisten beim Abbott-Biologics-Forum in Stockholm aus der Bewertung von Studien zu anti-CCP-Antikörpern bei RA gezogen. Hinzu kommt: Bei anti-CCP-Antikörper-positiven Patienten mit früher RA wird die Krankheit in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich fortschreiten.

Bisher gehört der Anti-CCP-Test in Deutschland noch nicht zur routinemäßigen Labordiagnostik bei RA wie die Untersuchung auf Rheumafaktoren (RF). Die Kombination der Tests ist vor allem für die frühe Diagnostik einer RA hilfreich. Und eine frühe Diagnostik wiederum ist Voraussetzung für eine frühe Therapie, die bekanntlich die Gelenkzerstörung bremsen kann.

Wie Dr. Jon Lampa vom Karolinska Universitäts-Krankenhaus in Stockholm berichtet hat, hatten in einer Studie 63 Prozent von 279 Patienten mit früher RA (Symptome seit weniger als zwölf Monaten) Rheumafaktoren und 57 Prozent Anti-CCP-Antikörper. Aber selbst in der Untergruppe der Rheumatiker, die RF-negativ sind, haben zwischen 57 und 65 Prozent Anti-CCP-Antikörper, so Professor Ekkehard Genth von der Rheumaklinik Aachen. Daher sei der Test auf CCP-Antikörper sehr hilfreich für die Diagnostik bei RF-negativen Patienten.

Der positive Vorhersagewert für eine RA in frühem Stadium liegt bei Nachweis von Rheumafaktoren plus Anti-CCP-Antikörpern zwischen 91 und 98 Prozent, so Genth. Hat nur eine der beiden Untersuchungen ein positives Ergebnis, beträgt er - je nach Studie - zwischen 55 und 90 Prozent. Beide Tests zusammen erhöhen also die Zuverlässigkeit der Diagnose in einem frühen Krankheitsstadium.

CCP-Antikörper seien allerdings kein Paramater für die entzündliche Aktivität der RA, betonten die beiden Spezialisten. Da der Anti-CCP-Antikörper-Status über viele Jahre (mindestens fünf) stabil bleibe, brauche er nur initial bestimmt zu werden, so Lampa. Er plädiert dafür, den Test in die Routinediagnostik bei Verdacht auf RA aufzunehmen. Wichtig für die Praxis: Eine Basistherapie mit Sulfasalazin, nicht aber mit Methotrexat, könne die Produktion der Anti-CCP-Antikörper verringern.

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