Ärzte Zeitung, 02.11.2004

Bei rheumatoider Arthritis Frühtherapie empfohlen

Neue Leitlinie berücksichtigt Basistherapie mit Leflunomid

WÜRZBURG (mf). Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) sollte so früh wie möglich, also zum Zeitpunkt der Diagnosestellung, mit Basistherapeutika wie Leflunomid (Arava®) behandelt werden. Dazu muß nicht abgewartet werden, bis die etwa vom American College of Rheumatology (ACR) als Diagnosekriterium angesetzten sechs Wochen mit Beschwerden verstrichen sind.

Das hat Professor Erika Gromnica-Ihle aus Berlin bei einem vom Unternehmen Aventis unterstützten Symposium in Würzburg gesagt. Diese Empfehlung sei auch Bestandteil einer interdisziplinären Leitlinie zum Management bei früher RA. Die Leitlinie ist unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie erarbeitet worden und steht derzeit im Internet zur Einsicht und Diskussion zur Verfügung.

Mit der Empfehlung werde der Erkenntnis entsprochen, daß mit Basistherapeutika wie Leflunomid die Gelenkzerstörung verlangsamt werden könne, so Gromnica-Ihle. Dabei müsse nicht bei jedem Patienten mit erstmalig auftretenden Symptomen einer RA zur Diagnosestellung die Zeit von sechs Wochen abgewartet werden.

Sei der behandelnde Arzt schon vor Ablauf dieser Zeit sicher, daß eine RA vorliegt - etwa, weil bei dem Patienten symmetrische Schwellungen an den Händen und den Vorfüßen bestünden und eventuell auch eine entzündliche Aktivität mit Blutmarkern nachzuweisen ist, müsse schon früher behandelt werden.

Eine erste Studie zur Früh-Therapie mit Leflunomid sei vor kurzem veröffentlicht worden, berichtete die Rheumatologin. Darin haben 66 Patienten, die zuvor noch nicht mit einem Basistherapeutikum behandelt worden waren, über 52 Wochen Leflunomid erhalten. Zu Therapiebeginn hatte die Symptomatik 16,5 Wochen bestanden.

Gemessen wurde die Verbesserung der Symptomatik um 20, 50 und 70 Prozent nach den Kriterien des ACR. Das Ergebnis: Nach dem Behandlungszeitraum lag die ACR-20-Ansprechrate bei 83 Prozent, die ACR-50-Rate bei 43 Prozent und die ACR-70-Rate bei 23 Prozent. Größere Studien zur Frühtherapie bei Patienten mit rheumatoider Arthritis laufen derzeit.

Die Leitlinie zur Frühtherapie bei RA der Deutschen Rheumatologischen Gesellschaft ist herunterzuladen unter www.rheumanet.org. Über Link zum Kompetenznetz Rheuma gehen, unter "Management der frühen rheumatoiden Arthritis" - klinische Leitlinie im Auftrag der DGRh - unautorisierte Fassung".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »