Ärzte Zeitung, 30.03.2005

Infliximab bei M. Bechterew ist lange wirksam

Zweijahresdaten publiziert / Die meisten der Patienten berichten über anhaltende Verbesserung seit Therapiebeginn

BERLIN (gvg). Patienten, die wegen eines Morbus Bechterew mit dem Biological Infliximab behandelt werden, berichten auch nach zwei Jahren noch über eine gute Wirksamkeit der Therapie. Das haben neue Langzeitdaten einer ursprünglich für drei Monate angesetzten Studie ergeben.

Dieser Bechterew-Patient hat bereits eine knöchern fixierte Halswirbelsäule durch die Krankheit. Foto: Kellner

Die randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie war im Jahr 2002 mit anfänglich 69 Patienten an acht Rheumazentren in Deutschland gestartet worden. Nach zwölf Wochen schnitten die Patienten mit Infliximab bei Krankheitsaktivität, Gelenkfunktion und Lebensqualität signifikant besser ab als jene mit Placebo.

Die Studie wurde daraufhin offen weitergeführt. Patienten, die das wollten, konnten Infliximab (Remicade®) in einer Dosierung von 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht alle sechs Wochen bekommen.

Nach den jetzt vorgelegten Zweijahresdaten profitieren Patienten, die auf die Therapie mit Infliximab ansprechen, davon meist auch dauerhaft (Annals of Rheumatic Disease 64, 2005, 229). Von den ursprünglich 69 Patienten waren 54 nach einem Jahr Behandlung noch dabei.

Das Angebot zur Studienverlängerung um ein weiteres Jahr wurde von 52 Patienten angenommen. Eine Patientin brach die Behandlung nach einem Jahr wegen einer geplanten Schwangerschaft ab. Lediglich ein Patient klagte über eine nicht ausreichende Wirksamkeit.

In Bezug auf die Wirksamkeit deckten sich die Zweijahresdaten weitgehend mit jenen, die nach einem Jahr erhoben worden waren: Eine mindestens 50prozentige Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert im Bechterew-Score BASDAI ergab sich bei 30 Patienten, das sind 43 Prozent der Ausgangskohorte und 58 Prozent derer, die am zweiten Behandlungsjahr teilnahmen.

Der BASDAI-Score - BASDAI steht für Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index - arbeitet ausschließlich mit visuellen Analogskalen. Er berücksichtigt vor allem Schmerzen und funktionelle Einschränkungen. Der mediane CRP-Wert stieg leicht von 3,9 auf 4,3 mg/l. Drei Patienten (sechs Prozent) brachen die Behandlung im zweiten Behandlungsjahr wegen unerwünschter Wirkungen ab, darunter zwei wegen Reaktionen auf die Infusion des intravenös applizierten Wirkstoffs.

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