Ärzte Zeitung, 20.09.2005

Kombitherapie gegen Arthritis bleibt wirksam

Dreijahres-Daten ausgewertet

DRESDEN (gvg). Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, die auf Etanercept und Methotrexat initial gut ansprechen, sind die Behandlungsergebnisse auch nach drei Jahren noch immer überzeugend. Das hat die Auswertung der TEMPO-Studie ergeben.

In der TEMPO-Studie wurden in 92 Studienzentren insgesamt 686 Patienten mit zweimal wöchentlich 25 mg Etanercept (Enbrel®) als subkutane Injektion, mit einer Methotrexat-Monotherapie oder mit einer Kombination aus beiden Substanzen behandelt.

Bereits die Auswertungen der Studiendaten nach einem und nach zwei Jahren hatten ergeben, daß die Kombination die günstigste Option für die Therapie ist: Bei etwa der Hälfte der Patienten kommt es damit zu einer mindestens 70prozentigen Verringerung der Beschwerden. Objektiviert wurde dies durch den RA-Score des American College of Rheumatology, das Kriterium: "ACR70-Antwort".

Die Dreijahres-Daten machen nun deutlich, daß dieser Therapieerfolg anhält: "Mit einer ACR70-Antwort von 49 Prozent fanden sich in der Gruppe der Patienten, die die Kombinationstherapie erhalten hatten, die bisher besten Behandlungsergebnisse bei rheumatoider Arthritis", sagte Professor Jörn Kekow vom Fachkrankenhaus Vogelsang-Gommern.

Wenn das noch strengere Kriterium einer Verringerung des RA-Krankheitsindices DAS 44 ("Disease Activity Index" mit 44 Parametern) auf unter einen Wert von 1,6 angelegt wird, erfüllen noch 41 Prozent der mit der Kombination Behandelten diesen Endpunkt. "Dies entspricht einer kompletten Remission", so Kekow auf einer Veranstaltung des Unternehmens Wyeth beim Rheumatologen-Kongreß in Dresden.

Kekow betonte, daß Ärzte, die Biologicals bei RA-Patienten anwenden, nicht schon nach zwei bis drei Monaten aufgeben sollten, wenn die Therapie nicht den erhofften Erfolg bringt. Zwar tritt der Therapieeffekt bei den meisten Patienten rasch ein. Es gibt aber Ausnahmen. "Nach sechs Monaten ist die Sache oft klarer", so Kekow. Zum Teil werde die volle Wirksamkeit erst nach einer Behandlungszeit von mehr als drei Monaten erreicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »