Ärzte Zeitung, 26.06.2006

MRT-Studie bestätigt Nutzen von Adalimumab bei Morbus Bechterew

Entzündung in Zwischenwirbelgelenken wird reduziert / Placebo-kontrollierte Studie

AMSTERDAM (gvg). Eine Behandlung von Patienten mit Morbus Bechterew mit Adalimumab reduziert die Entzündung in den Zwischenwirbelgelenken. Das konnte eine kanadische Arbeitsgruppe jetzt auch in einer Magnetresonanztomographie (MRT)-Studie nachweisen.

Dieser Bechterew-Patient hat durch die Krankheit bereits eine knöchern fixierte Halswirbelsäule. Neue Therapien können helfen. Foto: Kellner

TNF-alpha-Blocker werden mittlerweile breit angewandt bei Patienten mit Morbus Bechterew, weil sie die Symptome stark lindern. Die Europäische Zulassungsbehörde hat Adalimumab (Humira®) vom Unternehmen Abbott vor kurzem zur Therapie von Patienten mit schwerem Morbus Bechterew zugelassen.

In der MRT-Studie erhielten 82 Patienten zunächst 24 Wochen lang Adalimumab oder Placebo. Danach konnten auch die Patienten in der Placebo-Gruppe mit dem Verum behandelt werden. MRT-Aufnahmen wurden vor Studienbeginn und nach zwölf und 52 Wochen gemacht.

In dieser Zeit fiel die mit MRT-Standardscores gemessene Entzündungsaktivität bei Behandlung mit Adalimumab fast auf ein Drittel ab, und zwar sowohl in der thorakolumbalen Wirbelsäule als auch in den Sakroiliakal-Gelenken.

"Wir sehen diesen Effekt bei praktisch allen Patienten", sagte Studienleiter Dr. Walter Maksymowych von der Universität Alberta beim Europäischen Rheumatologenkongreß in Amsterdam. Auch bei jenen 19 Bechterew-Patienten, die klinisch nicht auf die Behandlung mit Adalimumab ansprachen, konnte der anti-entzündliche Effekt in ähnlich großem Ausmaß nachgewiesen werden.

Weitere Untersuchungen seien noch notwendig, um die Frage zu klären, ob die Entzündungshemmung durch den TNF-alpha-Blocker die Progression der Erkrankung radiologisch nachweisbar langfristig bremsen kann.

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