Ärzte Zeitung, 25.07.2007

Auch späte Kombitherapie nützt noch bei Rheuma

Zugabe von Etanercept drei Jahre nach Beginn der MTX-Therapie stoppt im Röntgenbild sichtbare Progression

BERNRIED (kat/mal). Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA), die zunächst Methotrexat (MTX) als Monotherapie erhalten haben, ist der Weg für einen positiven Effekt einer Kombinations-Therapie mit Etanercept nicht verbaut. Auch auf die radiologisch sichtbare Progression hat eine später gewählte Kombi-Therapie positive Effekte.

Deformierter Fuß bei einem RA-Patienten. Eine Kombitherapie kann solche schweren Krankheitsverläufe stoppen. Foto: klaro

Das lässt sich aus der Studie TEMPO* 4 folgern, hat Professor Jörn Kekow von der Uniklinik Magdeburg berichtet. Die Studie ist erstmals beim Rheuma-Kongress EULAR vorgestellt worden.

Zur Erinnerung: In der ursprünglichen TEMPO-Studie wurden RA-Patienten drei Jahre lang mit MTX oder Etanercept als Monotherapie oder mit der Kombination beider Substanzen behandelt. In der dann einjährigen offenen Verlängerungsstudie TEMPO 4, deren Daten jetzt vorliegen, erhielten alle 210 Patienten ein Jahr lang die Kombi-Therapie.

Mit der Kombitherapie gingen die Symptome deutlich zurück

In beiden Gruppen, die initial nur Etanercept (Enbrel®) oder MTX erhalten hatten, gingen im Verlauf des vierten Therapiejahres die Symptome zurück. Die Krankheitsaktivität, ermittelt mit der Skala DAS (Disease Activity Score), war am Ende des vierjährigen Studienzeitraumes ähnlich der bei Patienten, die von Beginn an die Kombi-Therapie erhalten hatte, wie Kekow bei einer von Wyeth unterstützten Veranstaltung in Bernried berichtet hat.

Der DAS berücksichtigt die Zahl druckschmerzhafter und geschwollener Gelenke, die BSG und das Urteil der Patienten zur Krankheitsaktivität. Auch die radiologisch sichtbare Progression wurde mit der Kombitherapie besser gestoppt. Dabei hatte im Vergleich zwischen dem zweiten und dritten Jahr der TEMPO-Studie und dem vierten Jahr in TEMPO 4 die Zugabe von Etanercept zu MTX einen statistisch signifikanten Effekt, nicht aber die Zugabe von MTX zur initialen Etanercept-Therapie.

81 Prozent nach vier Jahren ohne Progression im Röntgen

In allen drei Gruppen stieg im vierten Therapiejahr der Anteil der Patienten ohne Progression im Röntgenbild: Von 52 Prozent unter MTX-Monotherapie im zweiten bis dritten Jahr der TEMPO-Studie auf 69 Prozent nach einjähriger Zusatztherapie mit Etanercept und von 67 Prozent bei Etanercept-Monotherapie auf 79 Prozent nach einjähriger Zusatztherapie mit MTX. In der Gruppe von Patienten mit Kombi-Therapie von Anfang an lag der Anteil der Patienten ohne Röntgenprogression bei 79 Prozent (zweites und drittes Jahr der TEMPO-Studie) und bei 81 Prozent nach vierjähriger Therapie.

TEMPO*: Trial of Etanercept and Methotrexat with Radiographic Patient Outcome

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »