Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 30.10.2007

Rheuma? Auch die Stabilität der HWS klären!

BERLIN (gvg). Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) können scheinbar banale Kopfschmerzen auf eine Instabilität im Atlantookzipitalgelenk hinweisen. Vor allem bei langjähriger RA ist das Problem häufiger als angenommen.

"Typische Symptome der instabilen Halswirbelsäule sind vor allem Nacken- und Hinterkopfbeschwerden", sagte Professor Bernhard Manger von der Universität Erlangen-Nürnberg. Bei fortgeschrittener Instabilität kommt es dann zu Parästhesien, die den Patienten in der Regel an den Händen als Erstes auffallen.

Ursache der Symptome ist eine zunehmende Kompression der Medulla oblongata durch den Dens-Fortsatz des zweiten Halswirbels. Weil im verlängerten Mark wichtige Stammhirnfunktionen ablaufen, kann eine solche Kompression lebensbedrohlich werden.

"Das Phänomen ist selten, aber es ist häufiger, als oft angenommen wird", betonte Manger beim 1. Deutschen Internistentag in Berlin. Wie ernst es ist, belegt eine neuere Untersuchung: In der Studie mit 214 Patienten, die aus anderen Gründen wegen schwerer RA mehrmals nacheinander stationär aufgenommen worden waren, war bei immerhin zehn Patienten in Kernspinuntersuchungen eine Kompression zu sehen, die bis dahin nicht bekannt war.

Fünf dieser zehn Patienten berichteten bei genauerer Anamnese bereits über neurologische Ausfälle, ohne dass bis dahin die Verdachtsdiagnose einer atlantookzipitalen Instabilität gestellt worden wäre. Und drei dieser fünf starben kurz nach der Diagnose.

"Vor allem bei Patienten mit fortgeschrittener RA ist es wichtig, an dieses Krankheitsbild zu denken", so Manger. Bei typischen Beschwerden, spätestens aber bei neurologischen Ausfällen, sind MRT oder Röntgen indiziert, mit denen die Instabilität sichtbar gemacht wird. Durch eine stabilisierende Operation werde einer drohenden Kompression vorgebeugt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »