Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung, 30.01.2008

Neue Studien stützen Rituximab-Therapie bei Rheuma

Antikörper schaltet B-Zellen aus / Bei einem Wechsel auf Infusionen mit der Substanz werden die Symptome langfristig gemindert

BERLIN (gvg). Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA), die nicht mehr auf TNFα-Blocker ansprechen, können bei einem Wechsel auf Rituximab-Infusionen mit langfristiger Wirksamkeit rechnen. Das belegen neue Studiendaten von der Jahrestagung der US-Rheumatologen.

Rituximab (MabThera®) eliminiert die B-Zellen und wirkt so stark antirheumatisch. Ein Therapiezyklus besteht aus zwei Infusionen à 1000 mg im Abstand von zwei Wochen. Rituximab reduziert nicht nur die Entzündungsaktivität, sondern vermindert - ähnlich wie TNFα-Blocker - die in Röntgenaufnahmen sichtbare Progression. Es wurde 2006 für die Therapie von RA-Patienten zugelassen, die nicht auf TNFα-Blocker angesprochen haben.

Daten zur Langzeit-Effektivität der Substanz wurden bei der Jahrestagung des American College of Rheumatology (ACR) vorgestellt, berichtete Privatdozentin Andrea Rubbert von der Uniklinik Köln. In einer offenen Studie wurden RA-Patienten aus drei randomisiert-kontrollierten Studien zusammengeführt. Alle hatten auf einen ersten Zyklus mit Rituximab angesprochen. Kam es bei diesen Patienten frühestens 24 Wochen nach dem ersten Rituximab-Zyklus zu einer Reaktivierung der RA, gab es einen zweiten Rituximab-Zyklus. Weitere Zyklen waren je nach Symptomatik möglich.

Im Mittel verstrichen zwischen den Zyklen 40 Wochen. "Diese Abstände bleiben mit steigender Zahl der Zyklen gleich", so Rubbert bei der Veranstaltung von Roche Pharma in Berlin. Es scheint also keinen Gewöhnungseffekt zu geben, so die bisherigen Erfahrungen mit bis zu acht Zyklen. Auch bei der Effektivität der Folgezyklen gab es keine Unterschiede zum ersten Zyklus: Jeweils 40 Prozent der Patienten hatten eine 50-prozentige Besserung ihrer Symptome (ACR50-Antwort).

Interessant sei auch der Blick auf den Rheumafaktor, sagte Rubbert. "Wir sehen Patienten, bei denen der Rheumafaktor im Verlauf der Rituximab-Therapie negativ wird", betonte die Expertin. Ein positiver Rheumafaktor gilt als Hinweis auf schwerere Krankheitsverläufe. Was die Konversion für den einzelnen Patienten bedeutet, ist aber noch unklar.

STICHWORT

Rituximab

Der Antikörper Rituximab greift in die Entzündungskaskade ein, indem er an eine bestimmte Oberflächenstruktur von B-Lymphozyten bindet (CD20). Damit werden vier Schlüsselfunktionen der B-Zellen gehemmt. Das sind: die Ausschüttung von Zytokinen, die Präsentation von Antigenen, die T-Zell-Aktivierung und die Produktion von Auto-Antikörpern (Rheumafaktoren). (eb)

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