Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung, 10.11.2008

Frühe Therapie bremst Erosionen bei Psoriasis-Arthritis

Methotrexat ist bei Psoriasis-Arthritis ähnlich wirksam wie bei Rheumatoider Arthritis / Vorteil für TNFα-Blocker bei hohem Progressionsrisiko

PARIS (kat). Viele Fachärzte sind davon überzeugt, dass Methotrexat (MTX) bei Patienten mit Psoriasis Arthritis (PsA) effektiv ist - obwohl es bisher kaum Studien gab. Nun besteht Klarheit.

Eine aktuelle Studie von Dr. Elisabeth Lie und Kollegen aus Oslo bestätigte aus Registerdaten, dass MTX bei erstmalig behandelten Patienten mit PsA ebenso effektiv ist wie bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA). Verglichen wurden 1222 RA-Patienten und 430 mit PsA, von denen jeweils etwa ein Drittel bereits Gelenkerosionen aufwies. Nach Korrektur für Variablen wie Alter, Geschlecht, MTX-Dosis, erwies sich MTX nur noch hinsichtlich der Endpunkte Fatigue und Schmerz bei RA als effektiver. Das hat Professor Oliver Fitzgerald aus Dublin beim Rheuma-Kongress in Paris berichtet.

Eine andere Vorstellung zu MTX und PsA wurde dagegen infrage gestellt. Die Lebertoxizität scheint nicht wie angenommen höher als bei RA-Patienten zu sein. Eine Studie von Dr. Yoav Arnson und Kollegen aus Tel Aviv mit 133 RA- und 714 PsA-Patienten fand eine ähnliche Hepatotoxizität. Besonders gefährdet waren Frauen und jene Patienten mit hoher kumulativer MTX-Dosis. Arnson stellte daher den Sinn einer Routine-Leberbiopsie bei PsA-Patienten unter MTX-Therapie infrage.

Obwohl die Hälfte der Patienten mit PsA innerhalb von zwei Jahren Erosionen an den Gelenken aufweist, ist die Evidenz insbesondere für die Frühtherapie dürftig. Progression ist definiert als Strukturveränderung im modifizierten Total Sharp Index (mTSS, 0 bis 5 Punkte) um 0,5 Punkte. Als Risikofaktoren für eine Progression wurden ausgemacht: erhöhte CRP-Spiegel zu Beginn, während der 24-wöchigen Therapie sowie - aber weniger ausgeprägt - der mTSS zu Beginn. Erhoben wurden die Daten bei der Placebogruppe der Studie ADEPT*. Die stärkste Progression wiesen Patienten mit einem CRP-Basiswert über 2 mg/dl auf. In der Gruppe mit dem TNFα-Blocker Adalimumab (Humira®) war die Progression dagegen unabhängig vom CRP-Ausgangswert unterbunden, sagte Professor Daphne Gladman aus Toronto in Kanada.

Für eine Frühtherapie mit dem Biological spreche, dass jene 90 Prozent der Patienten, die in der Studie in den ersten 24 Wochen mit Adalimumab keine radiografische Progression hatten, auch nach 144 Wochen keine mTSS-Veränderung aufwiesen, sagte Professor Philip Mease aus Seattle in den USA. Jene Patienten, die wegen ihrer prinzipiell höheren Krankheitsaktivität innerhalb der ersten 24 Wochen eine Progression hatten, verschlechterten sich dagegen weiter.

Golimumab, ein nur einmal monatlich s.c. zu gebender TNFα-Blocker, habe sich in den Dosierungen 50 und 100 mg als effektiv und gut verträglich erwiesen, berichtete Professor Arthur Kavanaugh aus La Jolla in den USA. In einer 52-wöchigen Studie mit 405 PsA-Patienten besserten sich sowohl die Gelenk- als auch die Psoriasis-Beschwerden im Vergleich zu Placebo signifikant. Zwei Drittel wiesen eine 75-prozentige Besserung der Hautsymptome, ein Drittel eine 70-prozentige Besserung der Gelenksymptome auf.

Auch die Hypothese, dass sich die Symptome durch einen gegen Interleukin12/23 gerichteten Antikörper lindern lassen, wurde in Paris betätigt. Ustekinumab besserte bei placeboähnlicher Verträglichkeit in einer 36-wöchigen Studie die Hautläsionen und Gelenkbeschwerden signifikant.

ADEPT = ADdalimumab Effectiveness in Psoriatic arthritis Trial

CASPAR-Kriterien

Nach den CASPAR (ClASsification of Psoriatic ARthritis)-Kriterien liegt eine Psoriasis-Arthritis vor, wenn Gelenke, Wirbelsäule oder Sehnen / Sehnenansätze entzündet und mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • bestehende Psoriasis
  • anamnestisch bekannte Psoriasis
  • Psoriasis in der Familienanamnese
  • psoriatische Nagelbeteiligung (typische psoriatische Nageldystrophie, einschließlich Onycholyse, Tüpfelnägel und Hyperkeratose)
  • negativer Rheumafaktor
  • bestehende Daktylitis (Schwellung eines vollständigen Fingers)
  • anamnestisch bekannte Daktylitis
  • radiologische Zeichen einer gelenknahen Knochenneubildung (im Röntgenbild im Bereich der Gelenke an Händen und Füßen)

(hub)

Arzneien wirken auf die Haut und die

Gelenke.

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