Ärzte Zeitung online, 13.08.2008

Keine Hunde- oder Katzenfelle für Rheumadecken

BERLIN (dpa). Der Handel mit Hunde- und Katzenfellen soll auch in Deutschland verboten werden. Rheumadecken werden dann nicht mehr mit diesen Pelzen gefüllt werden können.

Das Bundeskabinett will die Pläne der Europäischen Union (EU) an diesem Mittwoch umsetzen, hieß es am Dienstag im Bundesagrarministerium in Berlin. Dabei nimmt die Regierung mehrere Forderungen der Länder auf. Für die Kontrolle der Ein- und Ausfuhren soll die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung laut Kabinettsvorlage zuständig sein. Die Bundesländer hatten gefordert, dass der Bund die Kontrolle übernimmt. Außerdem sollen die betroffenen Hersteller oder Händler die Kosten für Verstöße übernehmen.

Der Deutsche Tierschutzbund berichtet von grausamem Vorgehen in asiatischen Ländern, wenn Hunde und Katzen für den Fellhandel gefangen werden. "Sie werden unter bestialischen Methoden gefangen mit Schlingen, werden zusammengepfercht und erdrosselt", sagte Geschäftsführer Thomas Schröder. Teilweise würden sie bei lebendigem Leibe gehäutet.

Das EU-Parlament hatte das Verbot im vergangenen Jahr beschlossen und Strafen wie die Beschlagnahmung von Fellen sowie den Entzug der Lizenz für betroffene Händler gefordert. Nach Schätzungen werden pro Jahr bis zu 500 000 Katzen- und 100 000 Hundefelle allein nach Deutschland importiert. Die Felle kommen unter anderem in Rheumadecken und Kleidung vor.

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