Ärzte Zeitung online, 15.01.2009

Schwedischer Crafoord-Preis an Rheumaforscher aus Japan und USA

STOCKHOLM (dpa). Für ihre bahnbrechenden Erfolge in der Rheumaforschung bekommen zwei japanische und ein US-Mediziner den mit 500 000 Dollar dotierten schwedischen Crafoord-Preis.

Tadamitsu Kishimoto (69) und Toshio Hirano (61) von der Universität Osaka sowie Charles Dinarello (65) von der Universität von Colorado in Denver hätten zwei zentrale Akteure des Immunsystems identifiziert, die an der Entstehung von Entzündungen im Körper entscheidend beteiligt sind, begründete die Schwedische Wissenschaftsakademie ihre Wahl.

Diese sogenannten Interleukine spielen eine große Rolle für die Entstehung der Polyarthritis, bei der das fehlgeleitete körpereigene Immunsystem Knochen und Knorpel im Gelenk attackiert. Rheuma ist die häufigste Form der Polyarthritis, auch die Gicht gehört zu dieser Krankheitsgruppe. Dank der bereits aus den 70er und 80er Jahren stammenden Erkenntnisse der Preisträger gebe es heute ein Medikament, dass gezielt eines der Interleukine (IL-1) blockiere, unterstrich die Akademie.

Die drei Wissenschaftler teilen sich das Preisgeld von umgerechnet 380 000 Euro. Der Crafoord-Preis wird seit 1982 jährlich im Wechsel für Arbeiten von Mathematikern, Astronomen, Biologen, Geologen sowie Polyarthritis-Forschern vergeben. Er geht auf eine Stiftung des schwedischen Industriellenpaares Holger und Anna-Greta Crafoord zurück. Mit ihm sollen Leistungen in Wissenschaften belohnt werden, für die es keinen Nobelpreis gibt.

Die Schwedische Wissenschaftsakademie vergibt jedes Jahr auch die Nobelpreise für Physik und Chemie sowie den von der Schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel gestifteten Preis für Wirtschaftswissenschaften. Die diesjährigen Crafoord-Preisträger erhalten ihre Auszeichnung am 11. Mai aus der Hand von Königin Silvia in Schwedens Hauptstadt Stockholm.

www.crafoord.se

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