Ärzte Zeitung online, 07.12.2009

Rheuma und Parodontitis - Charité sucht Zahnärzte und Rheumatologen für Kooperation

BERLIN (eb). Können Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) problemlos Zahnimplantate erhalten? Was ist dabei zu berücksichtigen, welche RA-Therapie könnte stören? Diesen Fragen wollen Rheumatologen an der Charité Berlin nachgehen. Dafür suchen die Forscher Zahnärzte als Kooperationspartner.

In der Regel wird Parodontitis-Patienten zum Einsatz von Zahnimplantaten (Osseoinsertion) zur Erhaltung der Lebensqualität geraten. Laborexperimente konnten jedoch zeigen, dass die Osseoinsertion bei RA-Patienten mit Parodontitis durch TNFα-Blocker beeinflusst wird. Außerdem scheint das Risiko von Infektionen am Parodontium nach zahnärztlicher Behandlung durch immunsupprimierende Medikamente erhöht zu sein. Bisher fehlen kontrollierte Studien mit ausreichender Fallzahl, die sich mit den Auswirkungen zahnmedizinischer Interventionen bei Patienten mit systemischen Erkrankungen (zum Beispiel RA) auseinandersetzen.

Dem wollen Wissenschaftler der Rheumatologie an der Charité in Berlin-Mitte nun nachgehen und in einem Pilotprojekt zunächst untersuchen, wie häufig Infektionen nach zahnmedizinischen Eingriffen bei RA-Patienten auftreten und ob die Osseoinsertion gestört ist. In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) anschubfinanzierten Projekt werden die Daten von 128 Patienten im Vergleich zu Gesunden erhoben und ausgewertet. Für das Projekt werden noch Zahnärzte und Rheumatologen gesucht, die RA-Patienten vor geplanten oder nach zahnmedizinischen Eingriffen betreuen (seit Februar 2009). Die Studiendaten sollen im nächsten Schritt in die Planung einer klinischen Behandlungsstudie einfließen mit dem Ziel, die zahnärztliche Behandlung von RA-Patienten mit einer Parodontitis zu optimieren.

Informationen bei: Dr. Jacqueline Detert, Charité, Centrum 12 für Innere Medizin und Dermatologie, Telefon 030 / 4 50-51 31 33 oder -51 30 25, E-Mail: jacqueline.detert@charite.de

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