Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung online, 29.12.2009

Fibroblasten verbreiten die Entzündung bei Rheuma

BAD NAUHEIM (hub). Bei Erkrankungen wie der Rheumatoiden Arthritis (RA) verbreiten aggressive Zellen aus dem Bindegewebe die Entzündung. Diese synovialen Fibroblasten wandern über die Blutbahn von erkrankten zu gesunden Gelenken und lösen dort ebenfalls eine Arthritis aus.

Fibroblasten verbreiten die Entzündung bei Rheuma

Bei rheumatoider Arthritis wird die Entzündung über Fibroblasten in andere Gelenke verteilt.

Foto: Sebastian Kaulitzki©www.fotolia.de

Diese Rolle von Fibroblasten aus der Synovia, der Gelenkhaut, haben Forscher um Professor Ulf Müller-Ladner und Dr. Elena Neumann von der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim in Experimenten mit Mäusen identifiziert. Diese speziellen Mäuse haben schwere Immundefekte und dienen seit Langem als RA-Modelltiere. Die Forscher implantierten den Tieren auf der einen Flanke synoviale Fibroblasten von RA-Patienten (RASF) in einer Knorpelmatrix, in die gegenüberliege Flanke kam Korpelmatrix aus gesundem Gewebe, also ohne RASF (Nature medicine online).

Das Ergebnis: Die RASF wanderten in das implantierte Knorpelgewebe der gegenüberliegenden Flanke ein und zu führten dort sogar zu einer Degradation der Knorpelsubstanz. Ein solcher Knorpelabbau durch synoviale Fibroblasten in entzündeten Gelenken von RA-Patienten ist bereits bekannt. Dass Fibroblasten über weite Strecken im Körper wandern können, ist ein neues Ergebnis. Dass diese Wanderung über das Blutgefäßsystem erfolgt, haben die Forscher in ihren Experimenten ebenfalls herausgefunden.

Und noch etwas ist wichtig: Damit die Fibroblasten in das Knorpelgewebe einwandern und dort zu Knorpelabbau führen können, sind Mikroverletzungen des Knorpels erforderlich. Auch dies konnten Müller-Ladner, Neumann und ihre Kollegen zeigen. Und das Ergebnis stimmt mit klinischen Erfahrungen bei RA-Patienten überein: Zuerst von den Entzündungen betroffen ist in der Regel die dominante Hand.

Die Forscher von der Kerckhoff-Klinik gehen bereits weitere Schritte. Mit mehreren nationalen und internationalen Kooperationspartnern werde daran gearbeitet, den Übertritt der synovialen Fibroblasten in die Blutgefäße zu blockieren, teilt die Kerckhoff-Klinik mit. So könne die Ausbreitung der Arthritis auf nicht betroffene Gelenkebereiche oder Gelenke verhindert werden.

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