Ärzte Zeitung, 20.04.2010

Kommentar

Rheuma - Licht und Schatten

Von Michael Hubert

Was kaputt ist, bleibt kaputt - zumindest die Knochen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Frühe Therapien verhindern oder verzögern Knochenerosionen. Voraussetzung: frühe Diagnose und früher Therapiestart.

Die Situation in Deutschland ist durchwachsen. Bei Rheumatoider Arthritis sinkt die Zeitspanne zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose - auf mittlerweile unter ein Jahr. Anders bei Morbus Bechterew: Hier hat sich die Zeitspanne auf zehn Jahre verdoppelt. Dabei ist die Inzidenz beider Erkrankungen ähnlich: Etwa ein Neuerkrankter pro Jahr kommt auf einen Hausarzt.

Projekte zur Arthritis-Früherkennung zeigen offenbar Wirkung, auch wenn das Ziel heißt: Therapiestart innerhalb der ersten drei Krankheitsmonate. Auch zu Bechterew gibt es Projekte, hier muss das Engagement noch verstärkt werden. Denn die Verdachtskriterien sind für beide Erkrankungen relativ simpel.

Mögliche Vorbehalte gegenüber von Unternehmen geförderten Projekten - "die wollen nur die teuren Biologicals verkaufen" - sind unangebracht. Denn erstens sind die Arzneien fester Bestandteil der Leitlinien. Zweitens helfen sie den Betroffenen. Und drittens senken sie effektiv hohe Folgekosten und das Leid von Patienten.

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