Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung online, 18.06.2010

Mit Rheuma ins Fitness-Studio?

"Go" für Rheumapatienten nur nach Check-up und unter fachlicher Anleitung

BERLIN (eb). Bewegungstherapie ist ein wichtiger Teil bei der Behandlung entzündlichen Rheumas. Ziel ist, die Funktion von Gelenken, Muskeln und Bändern und damit die Mobilität zu erhalten. Spezielle Trainingsprogramme berücksichtigen Belastbarkeit und Funktionsstatus der Patienten. Wichtig sei auch ein ärztlicher Check-up.

zur Großdarstellung klicken

Auch Patienten mit entzündlichem Rheuma können Sport treiben, doch sollte das in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt geschehen.

© AOK Baden-Württemberg

Darüber hinaus wollen aber vor allem junge Betroffene nicht auf ihren Sport im Fitness-Studio verzichten. Doch dort fehle es oft an fachlicher Expertise, um den speziellen Anforderungen der Erkrankung gerecht zu werden. Zu diesem Fazit kommt Professor Uwe Lange, Mitglied der Kommission Rehabilitation und Sozialmedizin der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (Zeitschrift für Rheumatologie (2010; 69: 292).

Für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist das Motto "es lebe der Sport!" keine Selbstverständlichkeit. "Wenn Muskeln schmerzen und Gelenke geschwollen sind, meiden Betroffene meist die Bewegung", sagt der Rheumatologe von der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie. Um Finger- und Kniegelenke beweglich zu halten, gehöre Krankengymnastik aber unbedingt zur Rheumatherapie dazu. Mehrere Studien aus den vergangenen Jahren haben zudem ergeben, dass spezielle gelenkschützende Übungsprogramme Schmerzen und lokale Entzündungen verringern und Patienten alltägliche Tätigkeiten wieder besser durchführen können. Dazu gehört etwa schon, eine Getränkeflasche aufzuschrauben.

Vor dem Übungsprogramm: gründliche Analyse

Inwieweit Menschen mit Rheuma diese Bewegungsübungen, die auf mehr Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer zielen, auch im Fitness-Studio vornehmen können, hängt von der fachlichen Betreuung durch das Personal ab. Bevor es ans Üben und Trainieren geht, sollte zunächst ein gründlicher Check der individuellen Belastbarkeit und Beweglichkeit gemacht werden. "Nur durch eine gründliche Analyse kann ein Übungsprogramm aufgestellt werden, das die Gelenke schont und Schmerzen auf ein erträgliches Maß reduziert", so Lange. Trainer müssten darauf achten, dass die Patienten sich nicht überlasten und eine gute Körperhaltung einnehmen. Zudem gelte es, fehlerhafte Bewegungsmuster auszumerzen. Hilfreich erweisen sich mehrere kleine und wenig anstrengende Übungseinheiten oder das Arbeiten mit leichten Hantelgewichten und höherer Frequenz. Auch tägliche Aufwärm- und Dehnübungen empfiehlt Lange.

Eine Alternative sind Kurse der Rheumaliga

Obwohl er ein Übungsprogramm im Fitness-Studio grundsätzlich befürworte, sei eine intensive und dauerhafte Betreuung dort seiner Meinung nach kaum zu leisten. Die Patienten würden vor dem Training fast nie untersucht. Das Übungsprogramm sei nur selten an ihren Bedürfnisse ausgerichtet und werde auch nicht überwacht oder angepasst, wenn sich der Krankheitszustand ändert.

Bislang gebe es keine Studie, die den Nutzen von kommerziellem Sport im Fitness-Studio bei Rheumapatienten belege. Eine Alternative seien Kurse an Rehakliniken, bei den Selbsthilfegruppen der Rheuma-Liga und in ambulanten Praxen mit rheumatologisch geschulten Personal, in dem Menschen mit Rheuma Bewegungsübungen durchführen oder für zu Hause erlernen können.

www.dgrh.de
www.rheuma-liga.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »