Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung online, 15.09.2010

Mehr als 2000 Rheumaexperten tagen in Hamburg

Mehr als 2000 Rheumaexperten tagen ab heute in Hamburg

Patientenforum der Deutschen Rheuma-Liga 18. September

HAMBURG (eb). Mittwoch begann im Congress Center Hamburg (CCH) der 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Bis zum 18. September diskutieren mehr als 2 000 Fachärzte und Wissenschaftler neueste Erkenntnisse in der Diagnostik und Behandlung rheumatischer Erkrankungen.

Mehr als 2000 Rheumaexperten tagen ab heute in Hamburg

Gelenke im Blick: Rheuma-Experten tagen in Hamburg.

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Die DGRh zielt mit ihrem Kongress vor allem auf einen interdisziplinären Austausch zwischen allen an der Rheumatherapie beteiligten Fachgruppen. Deshalb tagt sie gemeinsam mit der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie (ARO) und der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR). Ein Patientenforum ergänzt das wissenschaftliche Programm des Kongresses, teilt die DGRh mit.

Im Mittelpunkt des Kongresses steht neben entzündlich-rheumatischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sowie neuesten biotechnologischen Medikamenten auch die Behandlung der Arthrose. In Deutschland leiden etwa fünf Millionen Menschen an dieser Erkrankung, bei der sich der Gelenkknorpel nach und nach abbaut. "Dabei ist die weit verbreitete Ansicht, Arthrose sei allein eine Verschleißerkrankung, so nicht richtig", sagt Professor Wolfgang Rüther, DGRh-Präsident und Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Stoffwechselstörungen, Infektionen und Unfallfolgen können erste Schäden am Gelenkknorpel verursachen. Daraus entwickelt sich dann über viele Jahre eine Arthrose. "Trotzdem wissen wir noch immer zu wenig über die Mechanismen der Krankheitsentstehung und können sie auch noch immer nicht zufriedenstellend behandeln. Deshalb haben wir die Arthrose zu einem Schwerpunktthema des diesjährigen Kongresses gemacht", so Rüther.

Auch bei der Behandlung der etwa 20 000 rheumakranken Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist der interdisziplinäre Austausch von großer Bedeutung. Neben Kinderrheumatologen müssen häufig Nieren-, Haut- und Herzspezialisten in die Therapie eingebunden werden. "Gerade bei kleinen Kindern wird eine rheumatische Erkrankung häufig nicht in Erwägung gezogen. Eine rechtzeitige und bedarfsgerechte Therapie ist aber für Wachstum und Entwicklung des Kindes und zur Vermeidung von Folgeschäden von großer Bedeutung", erklärt Professor Dirk Föll, Kongress-Präsident der GKJR aus Münster. Ein weiteres Problem stelle der Übergang zur Erwachsenenmedizin dar: "Leider fehlt es hierfür häufig an entsprechenden Angeboten für Jugendliche", bemängelt Föll.

Neue biotechnologische Medikamente haben in den vergangenen Jahren die Therapie der rheumatoiden Arthritis entscheidend verbessert. Doch die Präparate können nicht allen Patienten helfen. "In manchen Fällen ist eine Operation nach wie vor unumgänglich", sagt Privatdozent Thomas Pauly, Kongresspräsident der ARO aus Meerbusch-Lank. Die Teilnehmer des 38. DGRh-Kongresses diskutieren deshalb unter anderen die Behandlung des rheumatischen Schultergelenks, Gelenkinfektionen infolge entzündlicher Grunderkrankungen und sogenannte kristallbedingte Erkrankungen wie zum Beispiel die Gicht. Darüber hinaus rechnet Pauly mit einem regen, auch berufspolitischen, internistisch-orthopädischen Austausch.

Mehr als 400 Referenten stellen in der Zeit vom 15. bis zum 18. September 2010 im Congress Center Hamburg aktuelle Erkenntnisse aus allen Teilbereichen der Rheumatologie vor. In mehr als 800 freien Vorträgen, Symposien und Plenarsitzungen können sich die Teilnehmer über Fortschritte in Forschung und Praxis informieren. Die Landesverbände Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein der Deutschen Rheuma-Liga veranstalten zudem am 18. September 2010 ein Patientenforum zum Thema "Forschung für rheumakranke Menschen". Hier können sich Betroffene, deren Angehörige und Interessierte aus erster Hand über Neuerungen in der Rheumatologie informieren. Eine Industrieausstellung mit 52 Ausstellern ergänzt das wissenschaftliche Programm des Kongresses.

www.dgrh-kongress.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »