Montag, 20. Oktober 2014
Ärzte Zeitung online, 27.12.2011

Rheuma-Lotsen auf Erfolgskurs

2010 hat die Deutsche Rheuma-Liga das Modellprojekt "Rheuma-Lotsen" gestartet. Jetzt ist ein zweiter Evaluationsbericht zum Projekt erschienen. Danach sind die Rheuma-Lotsen sind auf Erfolgskurs.

Rheuma-Lotsen auf dem Erfolgskurs

Rheuma? Lotsen helfen bundesweit.

© laurent hamels / fotolia.com

BONN (eb). Mit dem "Rheuma-Lotsen" will die Deutsche Rheuma-Liga (DRL) die Unterstützung und Begleitung von Menschen mit schweren rheumatischen Erkrankungen verbessern.

Vor allem solle die Orientierung in dem für Rheumakranke zum Teil schwer durchschaubaren Versorgungssystem erleichtert werden, hatte die DRL zum Projektstart 2010 mitgeteilt.

Bislang haben drei Lotsinnen insgesamt 614 Klienten beraten. Zwei von ihnen beraten zu klassischen rheumatischen Erkrankungen ausschließlich regional in Heilbronn und Leipzig.

Die dritte Lotsin ist zuständig für seltene rheumatische Erkrankungen und hilft Betroffenen aus dem ganzen Bundesgebiet.

Für den Bericht wurden 614 Protokolle ausgewertet

Die große Mehrheit der Hilfesuchenden geht informierter und psychisch gestärkt aus der Beratung heraus, hat jetzt der zweite Evaluationsberichts der Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich (FOGS) ergeben.

Für den Bericht seien 614 Klienten-Protokolle im Zeitraum von April 2010 bis August 2011 ausgewertet worden, teilt die DRL mit. Der Bericht belege auch, dass viele der Befragten ihre gesundheitliche sowie soziale Situation verbessern hätten können.

Alle befragten Klienten würden die Lotsenbetreuung, bei der Betroffene telefonisch, per Mail oder im persönlichen Gespräch begleitet werden, anderen Rheumakranken weiterempfehlen.

Oft gewünscht: Infos zu Versorgungsangeboten

Mehr als 60 Prozent der Klienten berichten den Lotsinnen von Problemen mit ihrer bisherigen Therapie. Diese reichen von Gewichtszunahme durch Medikamente bis hin zu unzureichender Kommunikation mit dem Arzt.

Die Betroffenen fühlen sich oft nicht ausreichend über ihre Krankheit, Versorgungsangebote sowie Therapieplanung und -ziele informiert.

"Viele Betroffene sind durch die Beratung in der Lage, den weiteren Krankheits- und Therapieverlauf eigenständig mit Ärzten zu besprechen und zu hinterfragen", wird Projektleiter Karl Cattelaens in der Mitteilung der DRL zitiert.

Dabei variiert die Dauer der Gespräche von Fall zu Fall. "Zwei Drittel meiner Klienten nehmen eine Kurzberatung von ein bis zwei Wochen in Anspruch.

In den anderen Fällen unterstütze ich die Betroffenen über mehrere Wochen und Monate - dabei dauern einzelne Gespräche bis zu einer Stunde", sagt Marion Trog-Siebert, Rheuma-Lotsin für seltene rheumatische Erkrankungen aus Wuppertal. 91 Prozent ihrer Klienten sind weiblich.

Pro Beratung werden etwa drei Themen besprochen

Im Durchschnitt werden laut Angaben der DRL drei Themen pro Beratung besprochen.

Sie reichen vom gesundheitlichen und psychischen Zustand der Klienten über die Verordnung von Medikamenten und Therapien, der Wahl eines Arztes hin zu Fragen nach regionalen Behandlungsangeboten, Behandlungsmöglichkeiten und Krankheitsbildern.

Die Nachfrage nach Beratung durch die Lotsinnen habe sich im Modellverlauf kontinuierlich entwickelt. Allerdings wende sich mehr als die Hälfte der Hilfesuchenden aus Eigeninitiative an die Rheuma-Lotsinnen, do die DRL.

Vor allem bei Ärzten, aber auch bei weiteren Multiplikatoren aus dem Gesundheitssystem, seien die Rheuma-Lotsinnen dagegen noch nicht bekannt genug.

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