Ärzte Zeitung online, 23.07.2013

Gelenke

Ultraschall macht Entzündung sichtbar

Innerhalb von zehn Jahren ist das Auflösungsvermögen der Sonografie von 0,7 auf unter 0,15 Millimeter verbessert worden. Das hilft auch den Rheumatologen.

BONN. Mit Ultraschall können Ärzte - ohne Strahlenbelastung für den Patienten - die verschiedenen Manifestationsformen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen bereits im Anfangsstadium diagnostizieren, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Bei Verdacht auf eine Rheuma-Erkrankung empfiehlt die Gesellschaft den Gelenkultraschall als erstes bildgebendes Verfahren einzusetzen.

Wenn auch das konventionelle Röntgen durch den Ultraschall nicht ersetzt werden könne, so biete der Ultraschall gerade bei der Frühdiagnostik einer Arthritis entscheidende Vorteile gegenüber dem konventionellen Röntgen und mache teure Untersuchungsmethoden wie die Kernspintomografie (MRT) oder auch die Computertomografie oft überflüssig.

Enorme technische Fortschritte

Die Rheumatoide Arthritis beginnt bekanntlich häufig an den kleinen Gelenken von Händen und Füßen. Die Entzündung der Gelenkhaut und die Schäden am Gelenkknorpel waren früher im Ultraschall nur bei ausgeprägten Befunden sichtbar.

"In den letzten Jahren hat es hier jedoch enorme technische Fortschritte gegeben", wird Dr. Wolfgang Hartung, Leitender Oberarzt am Asklepios Klinikum Bad Abbach und stellvertretender Leiter des DEGUM-Arbeitskreises Bewegungsorgane in der Mitteilung der DEGUM zitiert.

Innerhalb von nur zehn Jahren sei das Auflösungsvermögen von 0,7 Millimeter auf unter 0,15 Millimeter verbessert worden. "

"Damit erkennen wir selbst in den Fingergrundgelenken frühzeitig kleinste Defekte im Gelenkknorpel und Knochen." Mittels Power-Doppler-Sonografie lässt sich heute zudem die Durchblutung in der Gelenkhaut beurteilen. Entzündete Gewebe sind ja häufig stärker durchblutet.

Sono ist etwa auch bei M. Bechterew nutzbar

Neben der Rheumatoiden Arthritis wird Ultraschall auch zur Diagnose anderer rheumatischer Erkrankungen genutzt. So würden damit etwa Entzündungen am Ansatz der Sehnen erkannt, so die DEGUM in ihrer Mitteilung.

Diese treten häufig beim Morbus Bechterew und anderen Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule auf.

Bei einer "Vaskulitis" im Bereich der Schläfenarterie musste früher zur Diagnose eine Biopsie gemacht werden, erinnert die DEGUM. Mittlerweile vertrauten Rheuma-Experten auf eine Ultraschalluntersuchung, um ihre Therapieentscheidungen zu begründen.

Zur Verlaufskontrolle nach einer Rheuma-Diagnose sind regelmäßige Untersuchungen notwendig. Sie werden üblicherweise mit dem konventionellen Röntgen durchgeführt.

Doch gerade wenn sich die Erkrankung durch einen Schub verschlechtert oder der Erfolg einer Therapie beurteilt werden soll, sei auch der Ultraschall für die Verlaufskontrolle sinnvoll. (eb)

Lesetipp: Sonographie in der Rheumatologie. Was gibt es Neues?; W. Hartung, W.A. Schmidt: Zeitschrift für Rheumatologie 2013; 72: 119-128

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