Ärzte Zeitung online, 11.02.2009

Männergesundheit: MHH-Mediziner und Hannover 96-Spieler klären auf

HANNOVER (eb). Mit einer gemeinsamen Kampagne wollen Experten der Klinik für Urologie und Urologische Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Spieler der Bundesligamannschaft von Hannover 96 Männer dazu ermuntern, regelmäßig zur Krebsvorsorge zu gehen.

Professor Markus Kuczyk, Direktor der MHH-Klinik für Urologie und Urologische Onkologie, und die 96-Profis Jan Schlaudraff, Bastian Schulz und Sergio Pinto stellten die Kampagne bei einem Pressegespräch vor. "Viele Männer machen immer noch einen Bogen um die urologischen Praxen, wir wollen mit einer frühen Sensibilisierung für dieses Thema besonders auch junge Männer von der Notwendigkeit einer Vorsorgeuntersuchung überzeugen", sagte Kuczyk. Mit regelmäßigen Aufrufen in der Stadionzeitung und im Stadion TV von Hannover 96 sollen "Vorsorgemuffel" aufgeklärt werden.

Zudem wird in Kooperation mit Hannover 96 einmal im Jahr ein Wissenschaftspreis für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Hodentumor - und Vorsorgeforschung vergeben. Der Preis wird gegenwärtig von "Speciality European Pharma" in einer Höhe von 4000 Euro zur Verfügung gestellt und soll junge Wissenschaftler zum Beispiel bei Forschungsaufenthalten im Ausland unterstützen.

"Vorsorgeuntersuchungen sollten einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen, damit man das Risiko auf ein Minimum reduzieren kann", erklärte 96-Profi Schulz, und Schlaudraff ergänzte: "Falsche Scham ist fehl am Platz, wenn es um die eigene Gesundheit geht." 96-Mittelfeldspieler Pinto führte als Begründung für sein Engagement auch die Sorge um seine Familie an. "Gerade jetzt als Vater einer Tochter mache ich mir noch mehr Gedanken über meine Familie. Was würde passieren, wenn ich ernsthaft krank werde? Vorsorge ist der einzige Weg!", sagte Pinto.

Nicht einmal jeder fünfte Mann nutzt die Krebsvorsorge

Fehlendes Wissen, falsche Scham, Angst oder keine Zeit - das sind für viele Männer die Gründe, nicht zur Krebsvorsorge zu gehen. Momentan nutzt nicht einmal jeder fünfte Mann das Krebsfrüherkennungsprogramm. Die Folge sind unentdeckte Tumore, die im fortgeschrittenen Stadium die Behandlung erschweren oder tödlich enden können.

Seit dem Wechsel von Kuczyk aus Tübingen nach Hannover im April 2008 ist die MHH Zweitmeinungszentrum bei Hodentumoren. "Diese Krebsart trifft vor allem junge Männer und ist sehr aggressiv. Deshalb auch an die jüngeren Männer der Appell, die Krebsvorsorge zu nutzen", betonte Dr. Axel S. Merseburger, Oberarzt in der MHH-Klinik für Urologie und Urologische Onkologie.

Die urologische Vorsorgeuntersuchung umfasst neben einer Untersuchung der Genitalorgane und der Tastuntersuchung der Prostata im Wesentlichen die Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut. Bei einer Prostataerkrankung wird dieser Eiweißstoff im Blut vermehrt gebildet, seine Erhöhung gibt einen Hinweis auf das Vorliegen einer bösartigen Veränderung im Bereich der Prostata.

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