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Ärzte Zeitung online, 23.07.2011

Schlaues Pflaster spürt schlecht funktionierende Organe auf

MANNHEIM (eb). Wie gut funktionieren die Nieren? Ein "Schlaues Pflaster", das über eine Leuchtdiode rasch aufeinanderfolgende Lichtsignale aussendet, liefert hier wichtige Informationen.

Eine in Mannheim entwickelte Technik, bei der mit Hilfe von Lichtsignalen Infos zu Organfunktionen gewonnen werden können, ist jetzt in Stuttgart beim Wettbewerb "Land der Ideen" ausgezeichnet worden.

Unter Federführung von Professor Norbert Gretz, dem Leiter des Zentrums für Medizinische Forschung an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), arbeiten Forscher im Projekt "Schlaues Pflaster" an der neuen Messmethode, teilt die UMM mit.

Vorstellen lasse sich dieses Verfahren als ein auf die Haut aufgeklebtes Pflaster, das die Konzentration eines zuvor injizierten Diagnostikums ermittelt.

Förderung von der EU

Im Rahmen des EU-geförderten Projekts PLACE-it hatten sich die Forscher zunächst mit der Funktion der Niere beschäftigt.

Die Funktion eines ausscheidenden Organs zu überprüfen, folgt in der Medizin einem simpel erscheinenden Prinzip: Eine Substanz wird in den Blutkreislauf gegeben, anschließende Blutentnahmen liefern Informationen darüber, wie viel dieser Substanz noch nicht erfolgreich ausgeschieden wurde.

Der Nachteil: Besonders aussagekräftige Ergebnisse erfordern dicht aufeinander folgende Messergebnisse - und damit Blutentnahmen.

Hier setzt die Neuentwicklung an. Auch sie basiere darauf, dass ein Organ eine Substanz aus dem Körper entfernt, so die UMM. Gelinge das in einem erwarteten Zeitraum, spricht dies für ein voll funktionsfähiges Organ.

Zuckermoleküle sind die "Leuchtstofffähren"

Um die Ausscheidung zu messen, wird zunächst ein gesundheitlich völlig unbedenklicher Marker einmalig injiziert, der sich daraufhin im ganzen Körper verteilt: Fruchtzuckerketten, die mit einem Fluoreszenz-Farbstoff optisch erkennbar werden.

Das auf die Haut aufgebrachte "intelligente" Pflaster sendet über eine Leuchtdiode in regelmäßigen, kurzen Abständen ein Lichtsignal, heißt es in der universitären Mitteilung.

Die ebenfalls optische Rückmeldung aus dem Körpergewebe wird von einer Photodiode empfangen und mit einem Sender, der in die Elektronik des Pflasters eingebaut ist, an einen PC übertragen - je stärker diese Rückmeldung, desto mehr Kontrollsubstanz ist noch nicht eliminiert.

Ergebnis ist eine detaillierte Verlaufsgrafik der Organfunktion, basierend auf der "lichttechnischen" Kommunikation zwischen der Leiterplatte im Pflaster und dem Marker im Körpergewebe.

Breite Anwendungsgebiete denkbar

An dem Projekt "Schlaues Pflaster" sind Ärzte und Naturwissenschaftler mehrerer Forschungseinrichtungen gemeinsam mit Experten der Unternehmensgruppe Freudenberg und der Mektec Europe beteiligt.

Federführend ist das Institut für Medizintechnologie (IMT), eine Einrichtung der Universität Heidelberg und der Hochschule Mannheim.

Eine besondere Bedeutung bekomme das "schlaue Pflaster" durch die Perspektiven, die es der Medizin und der Wissenschaft eröffnet, so die UMM.

Es handelt sich um das, was Forscher als Plattformtechnologie bezeichnen. Also um eine Technologie, die sich unkompliziert auf weitere Anwendungsbereiche übertragen lässt.

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