Ärzte Zeitung, 11.07.2013

Uro-Kongress

Urologen aktiv gegen Infekte in der Klinik

DRESDEN. Wie ernst ist die Situation in puncto resistente Keime? Immerhin werde aktuell für einen der häufigsten Erreger in deutschen Kliniken, den Methicillin-resistenten Staph. aureus (MRSA), vom RKI ein leichter Rückgang verzeichnet, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) in einer Mitteilung.

Sind urologische Patienten besonders gefährdet? Was tun Urologen in Klinik und Praxis gegen Klinikkeime und multiresistente Erreger? Auf dem DGU-Kongress (25.-28.09., Dresden) gibt es Antworten.

"Klinikinfektionen und multiresistente Keime sind ernste Probleme. An den Bemühungen sie einzugrenzen, wirken wir Urologen in Studien und mithilfe neuer Leitlinien schon lange mit", wird Kongresspräsident Professor Michael Stöckle zitiert.

Als Fach, in dem offen operiert werde, in dem Interventionen per Katheter an der Tagesordnung seien und in dem Krebs auch klassisch, das heißt mit allen Konsequenzen für das Immunsystem des Patienten, therapiert werde, existierten grundsätzlich Infektionsrisiken, so Stöckle.

"In unseren Kliniken wird inzwischen sehr viel getan, um diese Risiken nicht zusätzlich durch den dortigen Aufenthalt zu erhöhen. Wichtigster Faktor ist dabei die Hygiene. Hygienepläne, Schulung des Personals und die Einhaltung der Hygieneverordnungen sind bei uns Standard. Zur nachhaltigen Problemlösung aber sind interdisziplinäre Maßnahmenbündel notwendig."

Darmbakterien verursachen Blasenentzündung

Der Großteil der sogenannten Krankenhausinfektionen ist nach Ansicht des Mikrobiologen jedoch nicht vermeidbar. "Jede Harnröhre zum Beispiel ist mit allen möglichen Erregern besiedelt, und wenn ein Katheter in die Harnröhre eingeführt wird, können sie daran entlang in die Blase oder gar bis in die Nieren aufsteigen und für Infektionen sorgen", erläutert Professor Mathias Herrmann, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburgin der Mitteilung der DGU.

Wie alle Fächer hat auch die Urologie nach Angaben von Herrmann ihre charakteristischen Problemkeime: "Das ist durch die natürliche Besiedlung der Schleimhaut im Bereich der Harnröhrenmündung und ihre anatomische Nähe zum After begründet."

So seien etwa Blasenentzündungen fast immer durch Bakterien aus der Darmflora verursacht.

Ein außergewöhnliches Risiko für Krankenhausinfektionen gebe es in der Urologie aber nicht. (eb)

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