Urologie

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Modul: Therapie des Testosteronmangels: Testosteronsubstitution – wann und wie?

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Ärzte Zeitung, 13.10.2015

Sportlich gegen Erektionsstörungen

Mit Bewegung zur Erregung

Männer im mittleren und höheren Alter, die Sport treiben, haben seltener eine erektile Dysfunktion. Schon eine halbe Stunde am Tag genügt, das Risiko deutlich zu senken.

OXFORD / MISSISSIPPI. Wer sich in der Turnhalle oder auf der Laufbahn als tüchtig erweist, steht auch andernorts besser seinen Mann. Das klingt naheliegend, denn körperliche Inaktivität fördert ein Risikoprofil, das für ED typisch ist. Umgekehrt sollte man also annehmen dürfen, dass eine Verbesserung dieses Profils sich auch positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirkt.

Im Prinzip hat sich dies in Studien bereits bestätigen lassen. Allerdings beruhten die Schlüsse meist auf den Berichten der Probanden zu ihrem sportlichen Pensum. Wo diese Auskünfte überprüft wurden, fand sich aber nicht selten eine eher magere Korrelation zur tatsächlich geleisteten Anstrengung.

Männer zwischen 50 und 85 Jahren

Paul Loprinzi und Meghan Edwards von der University of Mississippi haben sich deshalb für ihre Querschnittsstudie die Daten des US- National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) vorgenommen (J Sex Med 2015, online 31. August).

Sie destillierten daraus eine repräsentative Stichprobe von 692 Männern im Alter zwischen 50 und 85 Jahren, die im Zuge des NHANES sieben Tage lang mit einem Beschleunigungssensor ausgerüstet worden waren. Dadurch war es möglich, ihre sportliche Leistung objektiv zu messen. Dokumentiert wurde auch die Fähigkeit der Männer, eine Erektion zustande zu bringen - hier allerdings verließ man sich auf die Selbstauskünfte.

Insgesamt lag die ED-Quote der 692 Männer bei knapp 54 Prozent - im Einklang mit anderweitig erhobenen Daten. Loprinzi und Edwards rechneten aus, dass jede Erhöhung der mäßig bis stark belastenden körperlichen Aktivität um täglich eine halbe Stunde das Chancenverhältnis für ED um etwa 40 Prozent vermindert (Odds Ratio [OR] 0,57).

Große Unterschiede

Zudem teilten die Forscher die Männer nach deren Bewegungsaktivität in vier Gruppen ein, mit mittleren täglichen Trainingszeiten von 1,4 (Gruppe 1), 6,1 (2), 15,8 (3) und 43,1 Minuten (4). Die OR im Vergleich zu Gruppe 1 erreichte in Gruppe 2 einen Wert von 0,70, in Gruppe 3 einen Wert von 0,46 und in Gruppe 4 einen Wert von 0,52.

Signifikant erniedrigt war die OR aber nur im Verhältnis von Gruppe 3 zu Gruppe 1 (p = 0,03). Für die aktivsten Männer sprang somit kein statistisch bedeutsamer Unterschied im ED-Risiko heraus.

Die Studie von Loprinzi und Edwards bestätigt die Ergebnisse früherer Untersuchungen. Darin reduzierte eine Laufleistung von 2,5 Stunden pro Woche das ED-Risiko um 30 Prozent, 1,5 Stunden wöchentliches Laufen schlugen noch mit einer Risikominderung von 20 Prozent zu Buche. (rb)

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