Ärzte Zeitung, 15.09.2004

Muskeltraining stärkt die Manneskraft

Beckenboden-Gymnastik erleichtert eine Erektion und verbessert das Durchhaltevermögen

NEU-ISENBURG (mut). Mit einfachen Übungen können Männer zuhause etwas für ihre Potenz tun: Ein Training der Beckenbodenmuskeln erleichtert zum einen eine Erektion, indem es die arterielle Durchblutung verbessert, zum anderen erhöht die gestärkte Muskulatur die Penis-Rigidität.

Ausgangsposition für ein Training des M. ischiocavernosus.
Das linke, gestreckte Bein wird langsam auf und ab bewegt. Der Fuß sollte dabei den Boden nicht berühren. Fotos (2): sth

Um die Penisdurchblutung zu verbessern, empfiehlt der Androloge Privatdozent Frank Sommer aus Köln etwa das Skipping: Dazu müssen die Männer auf der Stelle treten und die Knie möglichst weit anheben. Phasen mit schnellem Laufen wechseln mit Phasen langsamer Bewegung. Damit lasse sich die Potenz bei Männern mit ED deutlich bessern, so Sommer in der Zeitschrift "Der Mann" (1, 2004, 24).

Häufig gelingt Männern zwar noch eine Erektion, sie hält aber nicht lange genug an und der Penis wird nicht hart genug. "Hier kann man durch ein gezieltes Training des M. ischiocavernosus (IC-Muskel) einer manifesten ED vorbeugen", so Dr. Rainer Hartwich vom Zentrum für Repotenz-Behandlung in Bad Liebenstein zur "Ärzte Zeitung".

Ein Training des IC-Muskels erhöht den intrakavernösen Druck und sorgt für eine gute Rigidität. Zum Training empfiehlt Sommer den Männern, sich etwa vorzustellen, sie hätten ein Geldstück zwischen der Gesäßmuskeln, das sie mit den Muskeln festhalten müssen.

Sommer hat den Nutzen solcher Übungen in einer Studie bei 124 Männern mit moderater venös bedingter ED geprüft: Bei 80 Prozent der Männern, die vier Monate lang dreimal wöchentlich trainierten, wurde die Potenz gebessert.

Infos zu Übungen gibt es unter www.maennergesundheit.info, Kurse unter www.repotenz-zentrum.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »