Urologie

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Ärzte Zeitung, 07.10.2005

Arzneien für die Potenz - Deutsche sind da oft noch skeptisch

Weltweite Studie bei 20 000 Personen / Frauen und Männer wurden zu Sexualität und erektiler Dysfunktion befragt 

DÜSSELDORF (miz). Männer in Deutschland stehen einer Therapie mit PDE-5-Hemmern bei erektiler Dysfunktion (ED) weit skeptischer gegenüber als Männer in allen anderen Ländern Europas und in den USA. Auch Frauen in Deutschland halten oft wenig von einer potenzstärkenden Therapie ihrer Partner.

Nur 30 Prozent der 60 bis 69 Jahre alten Frauen und nur 20 Prozent der 70 bis 79 Jahre alten Frauen antworteten in einer Untersuchung des Unternehmens Pfizer mit "ja" auf die Frage, ob sie - sollte ihr Partner eine ED bekommen oder bereits haben - eine medikamentöse ED-Therapie ihres Partners akzeptabel fänden.

In der Untersuchung, der "Global Study of Sexual Attitudes", sind weltweit 20  000 Menschen über ihre Sexualität befragt worden - darunter 2000 aus Deutschland. Dies hat Professor Uwe Hartmann von der Medizinischen Hochschule Hannover bei der von Pfizer unterstützten Veranstaltung beim Urologie-Kongreß in Düsseldorf berichtet.

    ED wird häufig als natürlicher Alterungsprozeß hingenommen.
   

Die Männer schnitten dabei nicht viel besser ab als die Frauen: Hier würden etwa 45 Prozent der 60- bis 69jährigen und weniger als 40 Prozent der zehn Jahre älteren Männer eine solche Therapie akzeptieren, für den Fall, daß sie eine ED bekommen sollten oder bereits eine ED haben.

In den meisten anderen europäischen Ländern liegen die Raten deutlich höher. So würden in Großbritannien etwa 80 Prozent der 60- bis 69jährigen Männer und immerhin noch 65 Prozent der 70- bis 79jährigen Männer eine medikamentöse ED-Therapie akzeptieren.

Als Gründe für die Zurückhaltung würden noch immer Sicherheitsbedenken genannt, so Hartmann. Dabei gehöre Sildenafil (Viagra®) zu den weltweit am besten untersuchten Wirkstoffen. Auch fühlten sich Männer nicht ausreichend informiert und hätten offenbar Ängste. Ein Teil nimmt auch erektile Dysfunktion als natürlichen Alterungsprozeß hin und hält eine Therapie für nicht möglich.

Jedoch sei das Interesse an Sexualität in fast allen Altersgruppen hoch, so Hartmann. Unter den 40 bis 49 Jahre alten Männern bezeichneten etwa zehn Prozent Sex als äußerst wichtig, 35 Prozent als sehr wichtig und 45 Prozent als durchschnittlich wichtig. Mit zunehmendem Alter nehmen diese Werte leicht ab - aber keineswegs dramatisch.

Dasselbe gilt auch für das Praktizieren von Sex. "Wenn sie dazu Gelegenheit haben, sind 70jährige Männer sexuell nicht weniger aktiv als 40jährige", sagte Hartmann.

Sind Männer bereit, eine medikamentöse Therapie mit einem PDE-5-Hemmer zu machen, erwarten sie vor allem eine harte Erektion, die lange genug anhält, um den Geschlechtsverkehr erfolgreich beenden zu können. Außerdem soll diese Erektion zuverlässig eintreten. Möglich ist dies etwa mit Sildenafil.

In Studien gaben knapp 80 Prozent der Patienten, die auf das Medikament ansprechen, an, daß sie bei jedem Versuch mit dem Medikament einen erfolgreichen Koitus haben. Darauf hat Professor Hermann van Ahlen vom Klinikum Osnabrück bei der Veranstaltung hingewiesen.

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