Ärzte Zeitung, 08.12.2006

DNA-Injektion in den Penis läßt potenzschwache Männer hoffen

Gentherapie gegen erektile Dysfunktion klinisch geprüft / Erster Erfolg

NEW YORK (mut). Eine einmalige Injektion von etwas DNA in den Penis - und mindestens ein halbes Jahr lang gibt es keine Probleme mehr mit der Potenz. Dieser Traum ist gar nicht so unrealistisch: Die erste Gentherapie gegen erektile Dysfunktion verhalf auf diese Weise zwei Männern wieder zur vollen Manneskraft.

Bei der Gentherapie wird DNA in den Schwellkörper injiziert. Foto: ÄZ

Das jetzt erstmals in einer Phase-I-Studie geprüfte Verfahren ist sehr einfach: Männer bekommen DNA in den Corpus cavernosum injiziert. Die DNA enthält das Gen hSlo. Es liefert die Bauanleitung für einen endogenen Kaliumkanal, über den die glatte Penismuskulatur entspannt. Dadurch wird eine Erektion erleichtert.

Da die glatten Muskelzellen über den Corpus cavernosum gut erreichbar sind, genügt es, die DNA mit dem Kalium-Kanal-Gen einfach in den Penis zu injizieren, berichten Dr. Arnold Melman und seine Kollegen aus New York ("Human Gene Therapy" 18, 2006, 1165).

Die Gentherapie haben die US-Forscher jetzt erstmals bei elf Männern getestet, die ohne Therapie nicht mehr zum Koitus in der Lage waren. Die Männer erhielten eine einmalige DNA-Injektion mit einer Dosis zwischen 500 und 7500µg und wurden dann sechs Monate lang beobachtet. Ermittelt wurde die Potenz anhand des standardisierten Fragebogens IIEF (International Index of Erectile Function).

Das Ergebnis: Bei einem von zwei Männern mit der höchsten DNA-Dosis wurde die Potenz komplett wieder hergestellt. Sein IEFF-Wert stieg innerhalb von zwei Wochen nach der Injektion von etwa 12 Punkten auf die maximal möglichen 30 Punkte.

Bei einem von drei Männern mit der zweithöchsten Dosis war der Sprung noch größer: Der IEFF-Wert stieg von 2 auf 25 Punkte. Und: Bei beiden Männern blieb der Wert bis zum Studienende nach 24 Wochen erhalten. Bei den anderen Männern verbesserte sich die Potenz jedoch nur gering oder gar nicht. Schwere unerwünschte Wirkungen wurden nicht beobachtet.

Die Studie gibt es online unter www.liebertonline.com/doi/pdf/10.1089/hum.2006.17.ft-266

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