Urologie

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Modul: Therapie des Testosteronmangels: Testosteronsubstitution – wann und wie?

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Ärzte Zeitung online, 03.03.2009

Schwefelwasserstoff als neues Potenzmittel

WASHINGTON (dpa). Ähnlich wie die Potenzpille Viagra könnte Schwefelwasserstoff Männern mit Erektionsstörungen einmal helfen. Auch er erleichtere das Anschwellen des Schwellkörpers im Penis, berichtet eine internationale Forschergruppe um Giuseppe Cirino von der Universität Neapel.

Der gasförmige Schwefelwasserstoff ist vor allem als Giftstoff bekannt. Im Nervensystem des Menschen und anderer Säuger kommt er allerdings auch als Botenstoff vor. Zwei Enzyme stellen ihn aus dem Ausgangsstoff L-Cystein her. Menschliches Penisgewebe enthalte diese beiden Enzyme in dem Bindegewebe und den glatten Muskeln der Penisarterie, berichten Cirino und seine Kollegen. ("PNAS" online vorab)

Im Labor führten die Forscher menschlichen Schwellkörpern L-Cystein beziehungsweise Schwefelwasserstoff zu. Daraufhin entspannten sich die Muskeln des Schwellkörpers, beobachteten die Forscher. Im intakten Penis würden sich in der Folge die Adern weiten, Blut einströmen und eine Erektion auftreten. Cirino und seine Kollegen untermauern ihre Laborergebnisse durch Versuche an Ratten. Diese zeigten, dass die Injektion sowohl von L-Cystein als auch von Schwefelwasserstoff in den Schwellkörper eine Erektion bei den Nagern fördert.

Der Schwellkörper des Penis ist von zahlreichen Gefäßen durchzogen, die sich je nach Erregungsstand zusammenziehen oder weiten. Erektionsstörungen werden heute weitestgehend auf Erkrankungen dieser Gefäße zurückgeführt. Die vorliegende Studie belegt erstmals die Mitwirkung des L-Cystein/Schwefelwasserstoff-Stoffwechsels bei der Erektion des menschlichen Penis, betonen die Forscher.

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