Ärzte Zeitung online, 28.08.2010
Diabetikerinnen sprechen kaum über sexuelle Probleme
2000 US-Amerikaner im Alter von 57 bis 85 Jahren befragt
CHICAGO (hub). Auch Diabetiker haben ein Sexualleben, es ist aber weniger ausgeprägt als bei Gesunden. Allerdings sprechen Diabetikerinnen ihren Arzt nur selten auf sexuelle Probleme an.

Probleme im Bett? Diabetiker reden seltener drüber.
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2000 Menschen im Alter von 57 bis 85 Jahren haben Forscher der medizinischen Fakultät der Uni von Chicago befragt und untersucht. Entgegen landläufigen Meinungen war diese Altersgruppe sexuell aktiv, auch die Diabetiker. 70 Prozent der Männer mit Diabetes und 62 Prozent der Frauen - jeweils mit Partner - hatten demnach zwei- oder dreimal Sex pro Monat. Das entspricht in etwa den Aktivitäten der Nicht-Diabetiker. Wie zu erwarten berichteten diabetische Männer häufiger von nachlassendem sexuellen Interesse und von erektiler Dysfunktion. Diabetiker beiderlei Geschlechts gaben zudem vermehrt Probleme mit dem Orgasmus an.
Unterschiede zwischen Diabetikern und Nicht-Diabetikern zeigten sich auch bei der Häufigkeit der Masturbation. Knapp jede siebte Frau mit Diabetes hatte sich im vergangenen Jahr selbst befriedigt, bei den Nicht-Diabetikerinnen war es fast jede dritte. Bei den Männern lagen diese Zahlen bei 47 versus 60 Prozent.
Ärzte sollten bei folgendem Ergebnis aufhorchen: Nur jede fünfte Diabetikerin hatte mit ihrem Arzt über sexuelle Probleme gesprochen, bei Diabetikern immerhin fast jeder zweite. Und: Es sind die Männer, die eine solche Diskussion eher selbst beginnen. "Viele Menschen mit Diabetes haben sexuelle Probleme, die aber nicht benannt werden", folgert Studienautorin Dr. Stacy Lindau in einer Mitteilung der Uni.

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