Ärzte Zeitung, 08.06.2011

Eine Impotenz kommt nur selten allein

WASHINGTON (MUC / bub). Mangelhafte Performance im Bett scheint ein komplexes Problem zu sein: Männer, die an erektiler Dysfunktion (ED) leiden, werden oft zusätzlich von obstruktiver Schlafapnoe geplagt.

Gezielte Fahndung wird empfohlen. Die Wahrscheinlichkeit, an obstruktiver Schlafapnoe zu leiden, liegt für Männer mit ED doppelt so hoch wie für Normalpotente.

Dies haben Mediziner des Mount Sinai Medical Centers in New York in der bisher größten Studie ihrer Art herausgefunden. Die Ergebnisse stellten sie auf dem Jahreskongress der American Urological Society vor.

An der Untersuchung waren 870 Männer mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren beteiligt. Der BMI der Teilnehmer erreichte den stattlichen Mittelwert von 30,2. 63 Prozent der Männer litten an Schlafapnoe, 5,6 Prozent waren Diabetiker und 29 Prozent rauchten.

Je schwerer die EP ausgeprägt war, desto höher das Apnorisiko

Nachdem die Forscher Alter und Zusatzerkrankungen berücksichtigt und die Teilnehmer ähnlichen Gruppen zugeordnet hatten, suchten sie nach der Verbindung von ED und Apnoe. ED verdoppelte dabei die Wahrscheinlichkeit, dass Betroffene auch eine Apnoediagnose erhalten hatten.

Und: Je schwerer die ED ausgeprägt war, desto höher fiel das Apnoerisiko aus.

Männer, die eine ED aufweisen, sollten daher unbedingt auch auf obstruktive Schlafapnoe untersucht werden, lautete das Fazit der New Yorker Wissenschaftler.

[09.06.2011, 08:59:11]
Dr. Ralf Hettich 
Sechs Gründe für eine nachlassende Manneskraft
Bei den Auslösern für eine erektile Dysfunktion wird zwischen psychischen und organischen Ursachen unterschieden. Vor mehr als 20 Jahren wurden Erektionsstörungen noch in neun von 10 Fällen auf eine psychische Ursache zurückgeführt. Aber seit einigen Jahren weiß die Wissenschaft, dass sich nicht alles im Kopf abspielt, sondern dass bei einem Großteil der unter ED leidenden Männer organische Faktoren für die nachlassende Manneskraft verantwortlich sind.

1. Grund für eine nachlassende Manneskraft: Psyche!
Psychische Probleme wie Partnerkonflikte, Versagensängste, Leistungsdruck und ein erhöhtes Erwartungsdenken drücken auf die Seele und dies wirkt sich auch auf das Erektionsvermögen aus. Schnell ist der Mann in einem Teufelkreis gefangen und kommt ohne ärztliche Hilfe nicht mehr heraus.

2. Grund für eine nachlassende Manneskraft: Organische Erkrankungen!
Bei einer Erektion sind nicht nur Nerven beteiligt, die vom Gehirn aus Signale zu Ihrem Penis senden. Auch Muskeln, Gewebe, Venen und Arterien in und um Ihre Schwellkörper herum sind für eine Erektion verantwortlich. Organische Erkrankungen können dazu führen, dass diese Arterien, Muskeln und Gewebe im Penis ihre Funktionen zum Erlangen einer Erektion nicht mehr erfüllen.

3.  Grund für eine nachlassende Manneskraft: Operationen!
Operationen, die einen Blasen- oder Prostatakrebs betreffen, erfordern bei einem metastasierten Krebs auch die Entfernung von Nervenbündel und Gewebe. Dies führt oftmals zu Erektionsstörungen. Manchmal sind diese Auswirkungen nur zeitlich und können innerhalb von sechs bis 18 Monaten wieder verschwinden.
4. Grund für eine nachlassende Manneskraft: Hormonelle Schwankungen!

Hormonschwankungen bei den Schilddrüsenhormonen sowie bei Prolaktin und Testosteron können sich auf die sexuelle Stimulation auswirken. Einmal können diese Schwankungen von einem Hypophysentumor oder einer Leber- bzw. Nierenerkrankung herrühren. Aber auch die Behandlung von einem Prostatakrebs mit Antiandrogenen greift tief in den Hormonstatus des Mannes ein und hat Erektionsstörungen zur Folge.

5. Grund für eine nachlassende Manneskraft: Nikotin, Drogen und Alkohol!
Diese Substanzen können die Blutgefäße beschädigen und damit auch den Blutzufluss in den Penis negativ beeinträchtigen. Die Folge sind Erektionsstörungen. Besonders Nikotin ist ein starkes Zellgift. Die kleinen arteriellen Penisgefäße werden durch die arteriellen Schädigungen verengt und es strömt weniger Blut in den Penis.

6. Grund für eine nachlassende Manneskraft: Medikamente!
Über 200 verschiedenen Arten von verschreibungspflichtigen Medikamenten haben als unerwünschte Nebenwirkung Erektionsstörungen. Meist sind es Medikamente zur Behandlung des Bluthochdrucks, die sexuelle Störungen als Nebenwirkung hervorrufen. Aus der Gruppe der Psychopharmaka treten die Antidepressivas hervor.

Mit den besten Wünschen für eine erfüllte und befriedigende Sexualität

Ihr Dr. Ralf Hettich
Mailkontakt: info@ralfhettich.de
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