Ärzte Zeitung, 22.08.2014

Erektile Dysfunktion

Stoßwellen verhelfen zu Erektionen

HONG KONG. Männern mit schwerer erektiler Dysfunktion (ED) lässt sich offenbar mit einer Stoßwellentherapie auf die Sprünge helfen, wie eine Studie ergeben hat.

Forscher der Chinesischen Universität in Hong Kong haben dabei 30 ED-Patienten mit einer niedrig-energetischen extrakorporalen Stoßwellentherapie (Li-ESWT) behandelt.

28 weitere ED-Patienten dienten in der prospektiven randomisierten Studie als Kontrollen; sie erhielten nur eine Scheintherapie (Int J Urol 2014, online 17. Juni).

Bei der Li-ESWT wird der Penis manuell gestreckt und die Schockwellen werden an verschiedenen Punkten am Penisschaft in einer Frequenz von 120 Impulsen pro Minute ausgeübt.

Eine Lokalanästhesie ist dabei nicht erforderlich. Eine Sitzung dauert etwa 20 Minuten. Insgesamt wurden zwölf Sitzungen über neun Wochen durchgeführt (zweimal wöchentlich mit drei Wochen Pause).

Ergebnis: Zwischen beiden Gruppen gab es 13 Wochen nach Therapiebeginn zunächst keinen signifikanten Unterschied. Beim International Index of Erectile Function-ED (IIEF-ED) erreichte die ESWT-Gruppe im Mittel 17,8 Punkte, die Vergleichsgruppe 15,8 Punkte.

IIED-Werte von 17 bis 21 Punkten entsprechen dabei einer leichten ED, 12 bis 16 Punkte einer mäßig ausgeprägten ED und Werte zwischen 1 und 7 Punkte sprechen für eine schwere ED.

Signifikante Besserung nur bei schwerer ED

Das Bild änderte sich, wenn man die Patienten je nach der Schwere ihrer Ausgangssymptome in Gruppen einteilte: Nur in der Gruppe mit schwerer ED zeigte sich eine statistisch signifikante Verbesserung durch Li-ESWT gegenüber der Scheinbehandlung (ESWT-Gruppe: 10,1 Punkte Verbesserung zum Ausgangswert, Kontrollgruppe: 3,2 Punkte Verbesserung).

In einem Kommentar zu der Studie wird vor allem die relativ hohe Zahl der Sitzungen kritisiert. Dies habe dazu beigetragen, dass immerhin zwölf Männer die Studie vorzeitig abbrachen.

Ansonsten wird der Ansatz positiv beurteilt. Sollten sich die Ergebnisse in einer größeren Population bestätigen, stehe eine zusätzliche Option zur Behandlung von Männern mit ED zur Verfügung.

Es wird zudem vorgeschlagen, die ESWT mit der medikamentösen Therapie zu kombinieren, wenn Patienten auf eines der beiden Verfahren allein nicht ansprechen. (eo)

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