Ärzte Zeitung online, 29.01.2009

Abspecken und Beckentraining reduzieren Inkontinenz bei dicken Frauen

BIRMINGHAM (nös). Übergewichtige Frauen mit Inkontinenz, die abspecken und ihren Beckenboden trainieren, tun auch ihrer Harnblase etwas Gutes. In einer Studie konnten betroffene Frauen damit die Zahl der wöchentlichen Inkontinenz-Episoden nahezu halbieren.

An der US-Studie über sechs Monate nahmen insgesamt 338 Frauen mit Belastungsinkontinenz und einem durchschnittlichen BMI von 36 teil. Die Frauen wurden per Zufallsprinzip der Interventionsgruppe (226 Patientinnen) oder der Kontrollgruppe (112 Patientinnen) zugeteilt.

Die Frauen in der Interventionsgruppe sollten innerhalb von sechs Monaten 7 bis 9 Prozent ihres Körpergewichts abnehmen. Außerdem mussten sie tägliche Übungen zur Stärkung ihrer Beckenbodenmuskulatur machen. Als drittes stand für die Frauen ein wöchentliches Ein-Stunden-Gruppengespräch auf dem Programm. In den 10- bis 15-köpfigen Gruppen sprachen sie mit Experten über Ernährung, das Muskeltraining und verschiedene Verhaltensänderungen (NEJM 360, 2009, 481).

Die Kontrollgruppe erhielt lediglich einen strukturierten Leitfaden, in dem Wege zur Verringerung ihrer Belastungsinkontinenz erklärt wurden. Zusätzlich trafen sich die Frauen der Kontrollgruppe in den ersten vier Monaten insgesamt viermal zu einstündigen Gruppengesprächen.

Ergebnis: Die Frauen der Interventionsgruppe nahmen nicht nur durchschnittlich acht Kilogramm ab. Sie verringerten ihre Inkontinenzschübe nach sechs Monaten fast um die Hälfte (47 Prozent). In der Kontrollgruppe waren es nur 28 Prozent. Der Unterschied ist signifikant.

Allerdings stellten die Forscher der Universitäten von Alabama und Kalifornien auch fest, dass sich die Therapie nur auf Belastungsinkontinenz positiv auswirkte. Eine wesentliche Verbesserung einer Dranginkontinenz konnten sie nicht feststellen.

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