Urologie

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Ärzte Zeitung, 25.03.2009

Botulinumtoxin bewährt sich bei Inkontinenz

Neue urologische Indikationen für Bakterientoxin: Studien bei Männern mit benigner Prostatahyperplasie (BPH)

Stockholm (grue). Patienten mit neurogen bedingten Blasenfunktionsstörungen können sehr erfolgreich mit Botulinumtoxin A behandelt werden, bestätigt eine neue Übersichtsarbeit. Und erste Studien sprechen dafür, dass Botulinumtoxin sich auch zur Therapie von Männern mit BPH eignet.

Botulinumtoxin kann Urin-Inkontinenz lindern oder stoppen.

Botulinumtoxin kann Urin-Inkontinenz lindern oder stoppen.

Foto: DeVIce©www.fotolia.de

Professor Walter Artibani aus Padua in Italien präsentierte beim Europäischen Urologen-Kongress in Stockholm Daten einer systematischen Literaturauswertung von 600 Patienten mit neurogenen Miktionsbeschwerden. Das sind etwa Patienten, die infolge von Wirbelsäulenverletzungen oder Multipler Sklerose Miktionsprobleme haben - vorwiegend bedingt durch neurogene Detrusorüberaktivität.

Dabei sei gezeigt worden, dass Botulinumtoxin A die Zahl der Inkontinenzepisoden um bis zu 80 Prozent verringern kann und die Mehrzahl der Patienten zwischen zwei Urinkatheter-Anwendungen trocken bleibt. Auch der Bedarf an Anticholinergika sei bei diesen Patienten deutlich gesunken, sagte der Urologe.

Toxin wirkt mehr als nur anticholinerg.

Es gelte nun, das Potenzial von Botulinumtoxin auch bei anderen urologischen Indikationen auszuloten, zumal die Wirkung des Toxins offenbar über eine Blockade der cholinergen Rezeptoren hinausgehe.

Aus kleinen Studien und aus Fallberichten sei etwa bekannt, dass bei Männern mit BPH eine einzelne intraprostatische Injektion des Toxins das Prostatavolumen reduziert und die irritativen und obstruktiven Beschwerden lindert. Der Effekt trete innerhalb von vier Wochen nach der Injektion ein und halte etwa ein Jahr an, so Artibani.

Unklar sei allerdings, wie oft das Toxin angewendet werden muss, welche unerwünschten Wirkungen bei wiederholter Anwendung auftreten und ob damit Langzeit-Erfolge erzielt werden können. Botulinumtoxin A sollte daher nun in kontrollierten Studien zur BPH-Therapie im Vergleich zu Alpha-Blockern und 5-Alpha-Reduktasehemmern geprüft werden, empfahl Artibani.

Daten zur Sicherheit von Botulinumtoxin A hat allerdings eine kleine Studie ergeben. So traten bei 20 Patienten mit neurogen bedingten Blasenentleerungsstörungen, auch nach fünf Injektionen, keine unerwünschten Wirkungen auf. Lesen Sie auch:Botulinumtoxin A stellt die überaktive Blase ruhig

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