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Ärzte Zeitung online, 31.10.2013

Bettnässen

Sternchen für trockene Nächte

Blasentraining oder Toilettenzwang: Für kleine Bettnässer gibt es einige Optionen. Doch womöglich führt eine noch viel leichtere Methode zu trockenen Nächten.

Von Elke Oberhofer

Sternchen für trockene Nächte

Gute Nacht: Auch Belohnungen können gegen Enuresis helfen.

© Alex Vasilev / fotolia.com

WESTMEAD. Die Eltern von kleinen Bettnässern können sich den Stress antun, das Kind jede Nacht zum "Pipimachen" zu wecken oder es auch schlafend zur Toilette tragen. Sie können tagsüber die Blase trainieren, um die Blasenkapazität zu steigern.

Oder sie können einfach nur Sternchen für trockene Nächte vergeben. Alle diese einfachen Verhaltensmaßnahmen waren in einer Cochrane-Analyse untereinander gleichwertig und zumindest "besser als nichts" (Cochrane Database of Systematic Reviews 2013, 7: Art. No.: CD003637. .

Die Literaturübersicht war groß angelegt: 16 Einzelstudien mit über 1600 Kindern wurden ausgewertet. Diese lieferten aber oft nur wenig handfeste Daten. Die meisten der Einzelstudien waren klein und von schlechter Qualität.

Für die Autoren um Patrina H. Y. Caldwell von der Universität Sydney zeichnen sich dennoch zwei Erkenntnisse ab: Sowohl ein kindgerechtes Belohnungssystem als auch der von den Eltern veranlasste nächtliche Toilettengang als auch ein Blasentraining führten dazu, dass die Kinder seltener einnässten und auch weniger Rückfälle hatten.

Einfache Verhaltensmaßnahmen sollten Priorität haben

Aber: Deutlich effektiver als diese Maßnahmen, aber auch aufwendiger bzw. mit Nebenwirkungen belastet waren zum einen Alarmsysteme (neben der "Klingelmatte" neuerdings auch Sensoren in der Unterwäsche) und zum anderen Enuresis-Medikamente wie Imipramin oder Amitriptylin.

Beim Einsatz der verschiedenen Medikamente müsse man die Nebenwirkungen bedenken, schränken die Cochrane-Forscher ein. Unter Amitriptylin wurde vor allem Benommenheit berichtet, beim Anticholinergikum Oxybutynin dominierten Kopfschmerzen. Zum Vergleich von Desmopressin mit alternativen Methoden mangelte es schlicht an verlässlichen Daten.

Die Wissenschaftler empfehlen, es zunächst mit einfachen Verhaltensmaßnahmen zu versuchen. Diese seien sicher und brächten mehr, als auf spontane Besserung zu hoffen.

Allerdings verlangen vor allem Maßnahmen, die mit nächtlichen Aktivitäten verbunden sind, den Eltern viel Engagement ab. In den Studien waren sie mit hohen Raten an Therapieabbrüchen verbunden.

Nach Caldwell und Kollegen ist es vor allem wichtig, den Eltern zu vermitteln, dass eine positive Haltung mit dem Fokus auf trockene Nächte mehr bringt als das Kind für Misserfolge zu bestrafen. Darin bestehe ein wichtiger Nutzen sämtlicher Verhaltensmaßnahmen.

[31.10.2013, 07:27:59]
Ingrid Gasber 
Zuwendung ist das Zauberwort
Ich bin jetzt Mitte 50 und meine Mutter starb, als ich 3 1/2 Jahre alt war. Meiner psychischen Aufarbeitung dieses Verlustes war es wohl geschuldet, dass ich noch zur Einschulung Bettnässer war. Die Therapie meiner Stiefmutter bestand aus abendlichem Flüssigkeitsentzug als auch mit Schlägen bei jeder nassen Hose. Eine organische Ursache konnte damals nicht gefunden werden.
Erst als mein Vater eine 6wöchige Kur durchführte kam die Wende. Meine Stiefmutter holte mich ins Ehebett und stellte 6 Wochen lang jede Nacht den Wecker alle 2 Stunden und setzte mich aufs Töpfchen. Danach war ich trocken. Eine Zeit intensivster Zuwendung, statt Restriktion und Strafe.  zum Beitrag »

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