Ärzte Zeitung, 26.07.2007

Sommerakademie 2007

Ziel ist, Herz, Hirn und Nieren durch Therapie optimal zu schützen

Effektive Blutdrucksenkung ist entscheidend / Eingriff ins RAS-System schützt Organe

Zur effektiven Blutdrucksenkung gibt es heute viele Möglichkeiten. Und eine effektive Blutdrucksenkung ist wichtig, aber nicht alles. Natürlich geht es bei der antihypertensiven Therapie um Endpunkte.

Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks - eine entscheidende Vorsorgemaßnahme. Foto: PhotoDisc

"Ziel einer erfolgreichen antihypertensiven Behandlung ist die Verhinderung von Dialyse, die Verhinderung von Schlaganfällen und auch die Verhinderung von Herzinfarkten", betont Professor Hermann Haller von der Medizinischen Hochschule Hannover.

Organschutz durch Angiotensin II-Blockade

Immer mehr Erkenntnisse belegen, dass Angiotensin II im Übermaß in den Gefäßen vielfältige schädliche Wirkungen hat. Daher knüpfen sich an Eingriffe ins Renin-Angiotensin-System große Erwartungen für den Organschutz. Belegt wurde dieser zunächst mit ACE-Hemmern. Sartane als neue blutdrucksenkende Substanzen, die direkt Angiotensin II blockieren, sind mindestens so wirksam, haben aber praktisch keine unerwünschten Wirkungen.

Viele Studienergebnisse belegen, dass Sartane herkömmlichen Antihypertensiva einschließlich ACE-Hemmern gleich oder sogar überlegen sind. Dies gilt bei der Schlaganfallprophylaxe, für Patienten mit Herzinsuffizienz, mit diabetischer Nephropathie und bei der Therapie nach Herzinfarkt.

Zudem zeichnen sich manche Sartane durch positive metabolische Wirkungen aus. So ergibt sich eine Verbesserung des Lipid- und auch des Glukosestoffwechsels durch Steigerung der Insulinempfindlichkeit.

Dass die Progression der Nephropathie mit Sartanen gehemmt wird, ist inzwischen vielfach belegt, zum Beispiel für Irbesartan, Losartan, Telmisartan und Valsartan, experimentell auch für Olmesartan. Nach neuen Daten mit Telmisartan wird bei Typ-2-Diabetikern mit normalem Blutdruck und Nephropathie die Progression der Erkrankung im Vergleich zu Placebo auf ein Drittel vermindert.

Organprotektion ist bereits vielfach belegt

Zum Herzschutz trägt die Hemmung der Entwicklung einer linksventrikulären Hypertrophie durch Sartane bei. So reduziert Losartan effizient das Auftreten von Vorhofflimmern. Es ist um ein Drittel seltener als bei einem Betablocker. Und Valsartan wirkt protektiv nach Herzinfarkt. Zur Neuroprotektion gibt es Effekte, die über die reine Blutdrucksenkung hinausgehen. Belegt ist dies zum Beispiel mit Eprosartan sowie mit Losartan und mit Candesartan.

Und mit dem ersten Renin-Hemmer Aliskiren wird es bald eine weitere Option für einen Eingriff ins Renin-Angiotensin-System geben. (Rö)

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