Ärzte Zeitung, 13.12.2007

Nephroprotektion muss schon frühzeitig beginnen

Verringerung der Proteinurie und Blutdruck-Senkung

MÜNCHEN (sto). Bei nierenkranken Patienten muss sich die kardioprotektive Therapie an den Stadien der chronischen Nierenerkrankung ausrichten, so der Leiter des Schwerpunktes Nephrologie am Klinikum der Universität Würzburg, Professor Christoph Wanner.

Um die Progression einer chroni-schen Nierenerkrankung zu verlangsamen, müsse bereits in den frühen Stadien der Nierenerkrankung eine konsequente antiproteinurinämische und kardiovaskuläre Protektion erfolgen, sagte Wanner.

Eine der größten Untersuchungen zu diesem Thema, bei der zwischen 1996 und 2000 die Daten von mehr als einer Million Menschen in der Region von San Francisco altersstandardisiert ausgewertet wurden, habe gezeigt, dass bei einer glomerulären Filtrationsrate unter 45 ml/min die kardiovaskuläre Letalität deutlich steigt, berichtete Wanner beim 38. Kongress der Gesellschaft für Nephrologie in München.

Bei den Ursachen der Sterblichkeit bei terminal niereninsuffizienten Patienten steht in einem Viertel der Fälle der plötzliche Herztod an erster Stelle. Der klassische Herzinfarkt habe lediglich einen Anteil von neun Prozent, berichtete Wanner bei einem Satellitensymposium von Boehringer Ingelheim.

Dies lasse vermuten, dass bei nierenkranken Patienten eine koronare Herzerkrankung nicht allein von den herkömmlichen Risikofaktoren ausgelöst wird. Offenbar trage besonders eine gesteigerte Sympathikusaktivität sowohl zur Progression einer chronischen Nierenerkrankung als auch zur erhöhten kardiovaskulären Letalität bei.

In den frühen Stadien der Nierenerkrankung könnten Therapien zur Verringerung der Proteinurie, zur Senkung des Blutdrucks und auch des Cholesterins die Progression beeinflussen, im Endstadium der Nierenerkrankung haben diesen Therapien nach Wanners Angaben in randomisierten kontrollierten Studien mit Patienten hingegen nicht den gewünschten Effekt.

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Progression der Nephropathie wird gebremst.

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