Ärzte Zeitung, 11.03.2010

Kommentar

Vorsorge lohnt sich - auch für die Niere

Von Angela Speth

In der Früherkennung machen sich die Kritiker breit, kürzlich etwa haben sie versucht, das Krebs-Screening madig zu machen. Fragwürdig sind solche plakativen Zweifel schon in der Vorsorge von Karzinomen, erst recht aber von Nierenerkrankungen. Denn werden Risikofaktoren oder Organstörungen rechtzeitig entdeckt und behandelt, ist es möglich, den Funktionsverlust ganz aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen.

Im Klartext heißt das für die Patienten: Sie können eine Dialyse oder Transplantation vermeiden oder über Jahre hinausschieben. Was ihnen erspart bleibt, ist immens. Das Wenigste ist da noch, dass die Dialyse den Lebensalltag massiv beeinträchtigt, denn es bedeutet: drei Mal pro Woche für vier Stunden ins womöglich gar nicht so günstig gelegene Dialysezentrum.

Noch gravierender ist die schlechte Prognose: Die Sterberate während dieser Therapie beträgt drei Prozent jährlich. Nicht nur für jeden einzelnen, sondern auch gesundheitsökonomisch rentiert sich die Vorsorge, wie Professor Werner Riegel, Präsident der Deutschen Nierenstiftung, vorrechnet: Ein Dialysepatient kostet im Jahr etwa 50 000 Euro. In puncto Nieren können Präventionsmediziner den Zeigefinger also gar nicht hoch genug heben.

Lesen Sie dazu auch:
Den Nieren zuliebe Blutzucker-Checks!
diabetesDe erinnert an jährlichen Nierencheck

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »