Urologie

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Modul: Therapie des Testosteronmangels: Testosteronsubstitution – wann und wie?

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Ärzte Zeitung, 21.01.2004

Kombitherapie bei BPH senkt deutlich die Progressionsrate

Vorteil bei ausgeprägter benigner Prostatahyperplasie

NEU-ISENBURG (mut). Eine gute Nachricht für Patienten mit BPH: Mit der Kombination des Alpha-1-Rezeptor-Blockers Doxazosin und des 5-Alpha-Reduktase-Hemmers Finasterid läßt sich die BPH-Progressionsrate glatt halbieren, verglichen mit einer Monotherapie mit Doxacosin oder Finasterid. Die Kombination ist besonders bei hohem PSA-Wert oder großer Prostata geeignet.

So lassen sich jedenfalls die Ergebnisse der vier Jahre dauernden MTOPS-Studie interpretieren (NEJM 349, 2003, 2387). Sie stehen im Gegensatz zu früheren nur ein Jahr dauernden Studien, die keinen Vorteil der Kombination ergeben hatten.

Bei der MTOPS-Studie mit über 3000 Männern war die Therapie mit Finasterid (Proscar®) plus Doxazosin (etwa Cardular® PP Uro) einer jeweiligen Monotherapie überlegen: Nur bei fünf Prozent der Männer mit Kombitherapie kam es zur Progression (definiert als Zunahme der Symptome oder Auftreten von Komplikationen).

Mit einer Finasterid- oder Doxazosin-Monotherapie schritt die Erkrankung jedoch bei zehn, mit Placebo sogar bei 17 Prozent voran. Eine Operation aufgrund der BPH war mit der Kombination etwa fünfmal seltener nötig als mit Placebo und zwei- bis dreimal seltener als mit einer Monotherapie.

In einem Kommentar zu der Studie empfiehlt der Urologe Dr. E. Darracott Vaughan von der Cornell University in New York die Kombitherapie Männern mit BPH-Progression bei Monotherapie oder bei einem hohen Risiko für eine Operation: Das haben Männer mit PSA-Werten über vier ng/ml oder mit Prostatavolumen über 40 ml.

Lesen Sie dazu auch:
Bei BPH-Kombitherapie kaum akuter Harnverhalt

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