Urologie

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Ärzte Zeitung, 21.06.2005

Ist ein PSA-Test ab 50 Jahren generell sinnvoll?

Bei positivem Ergebnis und histologischem Nachweis sollten Patienten operiert werden, die am meisten profitieren

BERLIN (gvg). Der PSA-Test zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms wurde auf dem Hauptstadtkongreß gegen generelle Kritik in Schutz genommen. Der Test sei aber nur sinnvoll, wenn danach für eine Op Patienten ausgewählt würden, die mit größter Wahrscheinlichkeit profitierten.

Diese Auffassung hat Privatdozent Wolfgang Diederichs vom Unfallkrankenhaus Berlin vertreten. "Ein generelles PSA-Screening ist noch nicht zu empfehlen", so der Urologe. Urologen wie Diederichs empfehlen dennoch PSA-Tests ab 50 Jahren, weil Studien den Nutzen einer frühen Operation belegen. So lag in einer kontrollierten Untersuchung aus Schweden mit 700 Patienten mit Prostatakarzinom in den Stadien T1 oder T2, die Sterberate bei den Operierten mit 4,6 Prozent nach acht Jahren halb so hoch wie bei konservativ Behandelten.

Kritiker des PSA-Tests betonen, daß die Op beim Prostatakarzinom schwere Komplikationen haben kann und viele Karzinome zu Lebzeiten vielleicht nicht mehr zu einem Problem werden. Diederichs hält es deshalb für entscheidend, bei positivem PSA-Test und histologischem Nachweis eines Prostata-Ca die Patienten für eine Op auszuwählen, die davon mit größter Wahrscheinlichkeit profitieren.

Wenn aus der Biopsie auf eine Tumorgröße von weniger als einem halben Kubikzentimeter zu schließen sei, spreche das gegen eine Op. Vor allem bei kleinem Tumor, hohem Differenzierungsgrad und niedrigem PSA-Wert deute dies auf eine geringe Karzinomentwicklung.

Entscheidend sei das Alter, so Diederichs: Bei einer Erkrankung, die über Jahrzehnte verlaufen kann, sei es wenig sinnvoll, alte Menschen zu operieren, etwa über 70jährige mit Zusatzerkrankungen.

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