Ärzte Zeitung, 28.09.2006

Mahnmal gegen Prostatakrebs

Nach Tour durch 15 Städte wurde der "Urolisk" in Hamburg zum letzten Mal enthüllt 

Von Inga Niermann

Mit einer künstlerisch gestalteten Skulptur, dem "Urolisk", haben Ärzte, Selbsthilfegruppen und Politiker in den vergangenen drei Jahren auf die Bedeutung der Früherkennung zur Vorbeugung von Prostatakrebs aufmerksam gemacht. Die Aufklärungskampagne, an der sich auch Prominente wie Götz George, Henning Scherf, Sepp Maier und Jo Brauner beteiligten, fand jetzt mit der letztmaligen Enthüllung der fast zwölf Meter hohen Skulptur in der Asklepios-Klinik in Hamburg-Barmbek ihren symbolischen Abschluß.

"Soll Man(n), oder soll Man(n) nicht?"

Der "Urolisk" war in den vergangenen drei Jahren auf öffentlichen Plätzen in 15 Städten in Deutschland und Österreich präsentiert worden. Unter dem Motto "Soll Man(n) oder soll Man(n) nicht?" warben die Initiatoren bei der männlichen Bevölkerung dafür, öfter zur Vorsorge zu gehen. Ärzte nahmen vor Ort mehr als 10 000 PSA-Tests vor.

Prostatakrebs ist der am häufigsten festgestellte Tumor bei Männern über 50 Jahren. "Das Prostatakarzinom ist aber, wird es schnell entdeckt, zu 80 bis 90 Prozent heilbar", sagte der Mitinitiator der Aktion, der Direktor der Urologischen Klinik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Professor Paolo Fornara.

Ärzten verdeutlicht, wie sie Männer ansprechen können

Mit der Kampagne sei es gelungen, bei vielen Männern die Hemmschwelle für den Gang zum Urologen zu senken. Zugleich habe sie vielen Ärzten deutlich gemacht, daß sie Männer auch über andere Wege ansprechen müssen, betonte Fornara.

Der "Urolisk" bleibt nun als Mahnmal und Kunstobjekt in Hamburg. Die Takeda Pharma GmbH, Mitinitiator der Skulptur, plant eine Anschlußaktion: In Kürze wird eine 2,40 Meter mal 5,70 Meter große begehbare Prostata auf Reisen gehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »