Ärzte Zeitung, 08.03.2012

Wissen zu Darmkrebs online gebündelt

Wissen zu Darmkrebs online gebündelt

Springer Medizin hat rechtzeitig zum Darmkrebsmonat März das Online-Dossier "Kolonkarzinom" eingerichtet. Hier finden Ärzte ein reiches Angebot an Texten, aus denen sie Wissen zu Diagnose und Therapie sowie zu gesundheitspolitischen Aktivitäten ziehen können.

NEU-ISENBURG (eb). In dem Online-Dossier "Kolonkarzinom" sind die Beiträge gesammelt, die in der "Ärzte Zeitung" und anderen Medien des Springer Verlags erschienen sind. Präsentiert werden sowohl medizinische Sachverhalte als auch die gesundheitspolitischen Aktionen zur Vorsorge.

Der Ordner wird laufend um neu publizierte Beiträge aktualisiert. Die Adresse: www.springermedizin.de/onko-kolonkarzinom.

Infos über Ernährung zur Krebsprävention

So finden Ärzte Berichte zur Vorbeugung von Darmkrebs durch Sport und gesunde Ernährung. Beispiel: Drei Mahlzeiten mit Vollkornprodukten pro Tag, und das Darmkrebsrisiko sinkt um knapp ein Fünftel. Auch Hülsenfrüchte scheinen zu schützen, anderes Gemüse und Obst dagegen weniger.

In einer anderen Meldung geht es um die Hypothese, ob Viren im Rindfleisch Darmkrebs auslösen. Bislang erklärte man sich das karzinogene Potenzial von Rindfleisch durch krebserregende Stoffe, die sich beim Braten, Grillen oder Kochen bilden.

Doch dieselben Verbindungen entstehen ja auch bei der Zubereitung von Fisch oder Geflügel. Demnach muss es noch andere Ursachen geben - eben vielleicht Viren.

Weitere Berichte spiegeln die Fortschritte in der Therapie wider: So verlängert eine adjuvante Chemotherapie das Überleben von Patienten mit Kolonkarzinom im AJCC-Stadium II gegenüber solchen, die ausschließlich operiert werden.

Zu diesem Ergebnis kamen die Autoren einer populationsbasierten US-Studie, die das Überleben von Patienten zwischen 18 und 80 Jahren nach unterschiedlicher Therapie verglichen.

Entfernung von Polypen halbiert Sterberate

Oder: Eine aktuelle amerikanische Untersuchung mit einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 16 Jahren legt nahe, dass sich jeder zweite Tod an einem Kolorektalkarzinom durch die Entfernung von Polypen verhindern lässt. Außerdem können Interessierte nachlesen, dass fitte alte Menschen mit metastasiertem Kolorektal-Ca in ähnlichem Umfang von einer Chemotherapie profitieren wie jüngere Patienten.

Das Rektumkarzinom gehört ja ebenfalls zu diesem Krankheitskomplex. Einer neuen Studie zufolge findet der Pathologe bei etwa einem Drittel der Patienten mit lokal fortgeschrittenem Rektum-Ca nach der neoadjuvanten Radiochemotherapie keine Tumorzellen mehr im Resektat. Klinisch lassen sich solche Fälle leider kaum identifizieren.

Last not least bedient das Dossier auch das Thema "Nachsorge": So wird die Bedeutung von Sport in der onkologischen Rehabilitation erläutert: Körperliche Aktivität bessert Störungen des körperlichen Selbstempfindens und des seelischen Gleichgewichts, die durch den Tumor selbst oder die Therapie entstehen wie Übelkeit, Appetitmangel, Gewichtsverlust, Fatigue, Schwäche, Depressionen und Blutbildveränderungen. Untersucht wurde das in einer Arbeit, die Studien zu Sport in verschiedenen Phasen einer Krebserkrankung zusammenfasste.

Interview mit Jürgen F. Riemann

Die gesundheitspolitische Diskussion wird auf der Springer-Website etwa abgebildet durch ein Interview mit Professor Jürgen F. Riemann. Darin fordert der Gründer und Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, Männern schon ab 45 Jahre einen Stuhltest und ab 50 eine Koloskopie anzubieten.

Ebenfalls in einem Interview schildert Dr. Christa Maar von der Felix Burda Stiftung, was bisher beim Einladungsverfahren und der Prävention bei familiärem Risiko erreicht wurde.

Unermüdlich sind die Versuche, Männer in puncto Prävention ins Boot zu holen, speziell jene ab 55 zur Koloskopie zu bewegen. So soll die Aktion "1000 mutige Männer" jetzt in mehreren Städten stattfinden. Bei der Evaluation des Projekts "1000 mutige Männer für Mönchengladbach" zeigte sich: Zur Motivation für Vorsorge-Checks bewährt sich eine Strategie der kleinen Schritte.

Neugierig geworden? Dann klicken Sie sich durch www.springermedizin.de/onko-kolonkarzinom!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »