Ärzte Zeitung online, 29.05.2011

Aigner: Weiterhin Warnung vor Gemüse - EHEC-Gurke auch in Tschechien

Aigner: Weiterhin Warnung vor Gemüse - EHEC-Gurke auch in Tschechien

BERLIN (dpa). Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hält wegen der anhaltenden Erkrankungswelle durch den Darmkeim EHEC an der Warnung vor dem Verzehr für rohe Gurken, Blattsalate und ungekochte Tomaten fest. Auch in Tschechien sind jetzt mit EHEC kontaminierte Gurken aufgetaucht.

"Solange es den Experten in Deutschland und Spanien nicht gelungen ist, die Quelle des Erregers zweifelsfrei zu benennen, haben die allgemeinen Warnhinweise für Gemüse weiterhin Bestand", sagte Aigner der "Bild am Sonntag":

Der Höhepunkt der EHEC-Welle ist offenbar noch nicht erreicht. Die Zahl der Krankheits- und Verdachtsfälle steigt. Wo die Ursache liegt, ist weiter unklar.

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger verzichtet als Konsequenz auf viele Gemüsesorten. Angesichts wachsender Skepsis der Verbraucher durch die EHEC-Krise gehen die deutschen Obst- und Gemüseproduzenten in die Offensive. Große Erzeuger haben Stichproben ihrer Produkte testen lassen und meldeten nach entsprechenden Laborbefunden ihr Obst und Gemüse als "EHEC-frei".

Deutschlands Bauern klagen indes über starke Absatzeinbrüche. Der Vizechef des schleswig-holsteinischen Bauernverbands, Hans-Peter Witt, sieht "irrsinnige Schäden". Salat sei praktisch nicht zu verkaufen, sogar bei Erdbeeren sei der Verkauf mancherorts um 50 Prozent zurückgegangen. Dies sei für viele Bauern existenzgefährdend.

EHEC-Gurken auch in Tschechien

Auch in Tschechien sind mit dem Darmkeim EHEC kontaminierte Gurken in den Handel gelangt. Noch wisse man aber nicht, ob die gesundheitsschädliche Ware auch bereits an Endverbraucher verkauft worden sei, teilte die tschechische Lebensmittelinspektion SZPI nach einem Bericht der Nachrichtenagentur CTK vom Sonntag mit. Dies könne erst durch Überprüfungen im Laufe des Sonntags festgestellt werden.

Nach den Worten von SZPI-Sprecher Michal Spacil sei eine Sendung von Bio-Salatgurken aus Spanien betroffen, die "im Laufe der vergangenen Tage" nach Tschechien geliefert worden sei. Die Information darüber habe die tschechische Behörde zunächst über das Frühwarnsystem der Europäischen Union erhalten und sofort ein Verkaufsverbot für die bedenkliche Ware erlassen.

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