Freitag, 24. Mai 2013
Ärzte Zeitung, 02.06.2011

DEGAM stellt Leitlinien zur EHEC-Diagnostik vor

EHEC: Die DEGAM unterstützt Ärzte bei HUS-Diagnostik

Hat mein Patient mit Durchfall eine EHEC-Infektion, muss er in die Klinik? Ein simpler Algorithmus der DEGAM gibt jetzt Klarheit. Er kann im Web heruntergeladen werden.

FRANKFURT AM MAIN (hub). Patienten mit einem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) müssen umgehend in die Klinik.

Ausschließlich für die Anwendung für den ambulanten, hausärztlichen Versorgungsbereich hat jetzt die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) einen Algorithmus ins Web gestellt.

Die Frage, ob ein HUS vorliegt, stellt sich bei Patienten, die wegen Durchfalls in die Praxis kommen, also drei oder mehr ungeformte Stühle innerhalb der vergangenen 24 Stunden hatten.

Nach dem DEGAM-Algorithmus besteht ein HUS-Verdacht, wenn sichtbares Blut im Stuhl vorhanden ist und zusätzlich zwei der folgenden drei Kriterien erfüllt sind:

  • Die Nierenfunktion ist gestört (Definition im Algorithmus).
  • Es besteht hämolytische Anämie.
  • Der Patient hat eine Thrombopenie, die Thrombozytenzahl liegt also unter 150.000 pro μl.

Eine Laboruntersuchung komme nur infrage, wenn die Klinik nicht eindeutig ist, heißt es. Entzündungsmarker wie CRP und ähnliches seien nicht aussagefähig. Erfüllen die Patienten die genannten Kriterien, müsse eine sofortige stationäre Einweisung erfolgen.

Dabei sei eine Klinik auszuwählen, bei der eine Option zur Plasmapherese und Dialyse bestehe. Die DEGAM rät zur telefonischen Anmeldung der Patienten.

Bei Patienten mit Diarrhoen ohne Blut im Stuhl sollen die übliche symptomorientierte Diagnostik und Therapie erfolgen. Zu einer intensivierten ambulanten Beobachtung wird geraten.

www.degam.de (Leitlinien)

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Adipöse mit schlanken Männern verglichen: Mit 20 fett, mit 50 chronisch krank

Fettleibigkeit in jüngeren Jahren hat fatale Folgen. Das zeigt eine Vergleichsstudie von fetten und schlanken Männern: Jeder zweite 22-Jährige mit Adipositas erkrankt an Diabetes, erleidet einen Infarkt oder stirbt - noch vor seinem 55. Geburtstag. mehr »

Sichere Arzneien: Anti-Fälschungs-Code besteht Feuertaufe

Schwere Zeiten für Arzneifälscher: Ein Code macht jede Medikamentenpackung zum Unikat - ein unkomplizierter Weg zu mehr Sicherheit, sagen die Beteiligten. In der ersten Testphase läuft vieles glatt - doch noch sind nicht alle Probleme gelöst. mehr »

Ausländische Ärzte: Deutsche Sprache, schwere Sprache

Sprachtest für Ärzte aus dem Ausland: In Rheinland-Pfalz müssen ausländische Mediziner ihre Deutschkenntnisse prüfen lassen. Die Kammer will damit Patienten und Kollegen schützen. Bilanz nach zehn Monaten: Viele neue Kollegen scheitern am Test. mehr »