Ärzte Zeitung, 16.06.2011

Göttinger Forscher wollen EHEC umbenennen

Göttinger Forscher wollen EHEC umbenennen

GÖTTINGEN (pid). Wissenschaftler der Uni Göttingen schlagen vor, den für den aktuellen Ausbruch verantwortlichen EHEC-Erreger in EAHEC (Entero-Aggregativer-Hämorrhagischer E.coli) umzubenennen.

Die Forscher des Instituts für Mikrobiologie und Genetik haben das Genom des isolierten Bakteriums entschlüsselt. Die gewonnenen Daten deuteten darauf hin, dass der Erreger aus einem EAEC (Entero-Aggregativer Escherichia coli) hervorgegangen sei, sagte der Leiter des Labors für Genomanalyse, Dr. Rolf Daniel.

Dieser Stamm mache 96 Prozent des Genoms aus. Er bindet sich besonders fest an Darmgewebe, bildet dort Zellaggregate, sodass ein massiver Infektionsherd entsteht.

Durch eine tückische Kombination wird die Pathogenität noch erheblich gesteigert: Der EAEC-Keim hat aus anderen E. coli-Stämmen wie EHEC ein spezielles Genom übernommen.

Dieses Gen bildet das Shiga-Toxin, das das hämorrhagisch-urämische Syndrom auslösen kann. Komplettiert wird das gefährliche Arsenal noch durch ein so genanntes Resistenzplasmid für Antibiotika-Resistenzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »